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Polens Unternehmen droht akuter Arbeitskräftemangel Drucken E-Mail
 
Im März dieses Jahres hatte Polens Wirtschaftsminister und Regierungs-Vize Mateusz Morawiecki wieder eine  gute Zahl auf dem Präsentierteller. Mit einer Arbeitslosenquote von 8.2 Prozent war der niedrigste Stand seit 26 Jahren erreicht, zuvor hatte Eurostat die Prognose für das Wirtschaftswachstum  von 3.4 auf erreichbare 4 Prozent erhöht, und die Auslandsinvestitionen nahmen wieder zu nach einer zwischenzeitlichen Delle als Reaktion auf den Regierungswechsel 2015, deren wirtschaftliche Ausrichtung noch in Vielem im Nebulösen lag. Doch dann kam der einstige Banker Morawiecki, international bestens vernetzt und geschätzt, übernahm das Wirtschafts-und Finanzressort und ist mittlerweile der unangefochtene Star der PiS-Regierung.

Sein PR-Talent ist legendenreich. Die PiS-Regierung wird die nächsten 12 Jahre im Amt bleiben, weil sie Polen wirtschaftlich auf Augenhöhe mit Deutschland und Frankreich bringt, erklärte er im März.

Vergangene Woche trat Morawiecki als Gastredner zurückhaltender auf dem European Economic Congress im Katowice/Kattowitz auf. Denn dort trugen die Unternehmer ihre Sorgen vor: Jedes dritte polnische Unternehmen ist mittlerweile händeringend um Mitarbeiter bemüht. Gesucht werden gut ausgebildete Fachkräfte. Doch zu viele sind emigriert, eine Million nach Großbritannien und je eine Million nach Deutschland, Holland und Skandinavien. Die niedrigeren Jobs konnten bisher kompensiert durch ukrainische Immigration. Polen braucht die Erntehelfer für den Export nach Europa.  Doch seit die EU aus politischen Gründen den Ukrainern mit begrenzter Visa Arbeit im EU-Markt erlaubt, hat Polen ein Problem.

Die Hoffnung, das nach dem Brexit die gut ausgebildeten  Polen wieder heimkehren, scheint nicht aufzugehen. Laut Umfrageerkenntnissen der Arbeitsvermittlung Work Service sind die polnischen Emigranten erst zur Rückkehr bereit, wenn sie in Polen  monatlich netto 5.400 Zloty, rund 1.300 Euro, verdienen. Andernfalls suchen  sie nach dem Brexit Jobs im EU-Markt. Und da werden ebenfalls händeringend Arbeitskräfte gesucht.

Work Service/Eurotat/ds/17.05.2017
 
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