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Mehrheit der Polen fordert Reparationen von Deutschland Drucken E-Mail
Polens PiS-Regierung hält am Konfrontationskurs mit der EU fest. Von der EU-Kommission eingeleitete Verfahren werden als unzulässige Einmischung in innerpolnische Angelegenheiten abgewiesen, Stichwort Justizreform. Auf die Aufforderung des Europäischen Gerichtshofes, die Abholzung im Naturpark Bialowieza, ein Unesco-Weltnaturerbe, sofort einzustellen, wird nicht reagiert. Der EU-Quotenplan der Flüchtlingszuteilung innerhalb der Staatengemeinschaft wird rigoros abgelehnt. Und auch die neuste Kritik, diesmal  von der Helsinki-Stiftung für Menschenrechte, bleibt in Warschau unbeantwortet. Hinter allem steht Rädelsführer  Deutschland, erklärt  PiS-Parteichef Jaroslaw Kaczyński mantrahaft.

Angesichts des massivem Vorgehens der EU gegen Polen schwingt Kaczynski wieder mit der deutschen Keule als Vernichtungshammer gegen Polen seit dem 19. Jahrhundert und endgültig mit dem Überfall 1939. Kasczynski Mantra: Ohne den deutschen Vernichtungskrieg gegen sein Land wäre Polen als Mitglied der EU heute so bevölkerungsreich und wirtschaftlich stark wie Deutschland. Doch Deutschland habe sich nicht verantwortlich gezeigt für seine Schuld gegenüber Polen. Hinterbänkler seiner Partei haben die Höhe der Reparationsforderungen auf rund eine Billionen Euro hochgedreht. Wenn es eng wird für die PiS, kann sie sich darauf verlassen, das die Deutschland-Keule zieht.

63 Prozent der Polen erwarten von Deutschland laut der jüngsten Befragung vom Ipsos-Institut Reparationszahlungen, 32 Prozent nicht, sieben Prozent sind in der Befragung meinungslos. Laut Ipsos zeigt sich eine zunehmende  Tendenz unter jungen Polen für  Reparationsforderungen.

Quellen: Ipsos/Gazeta Wyborcza/ds/12.08.2017
 
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