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Ist das Massengebet in Polen islamophob? Drucken E-Mail
Hunderttausende Katholiken aus ganz Polen haben an mehreren Grenzorten mit Rosenkränzen für die "Rettung Polens und der Welt" gebetet. Einige Beobachter werten die Aktion als versteckte Unterstützung für die harte Haltung der Regierung gegenüber muslimischen Migranten. Andere beobachten einen linksliberalen Angriff auf den Katholizismus.

  Linksliberale akzeptieren nur fremde Religionen
Die polnischen Linksliberalen haben offenbar ein Problem mit dem Katholizismus, konstatiert die konservative Rzeczpospolita:

„Die größten Befürworter von Toleranz, Offenheit und Liberalismus tun seit einigen Tagen alles, um die Teilnehmer der Veranstaltung lächerlich zu machen. ... Kritiker erkennen in der Aktion sogar ein politisches Motiv - vor allem ein anti-islamisches. Es braucht jedoch sehr viel schlechten Willen, um die Absichten der Aktion 'Rosenkranz an der Grenze' so zu verstehen. ... Weshalb also dieser Angriff? Es geht um ein Kräftemessen mit der Religion. Der Katholizismus wird von den Linksliberalen toleriert, aber nur unter bestimmten Bedingungen: Privat kann man Überzeugungen haben, kein Problem. Aber sie öffentlich zeigen? Nein, das können diese Befürworter des Fortschritts nicht tolerieren. Tolerieren kann man andere Religionen. Doch der eigene polnische Katholizismus ist ihnen offenbar zu peinlich.“

Mit dem Rosenkranz gegen Muslime
Der Rosenkranz wird politisch aufgeladen, bedauert die liberale Tageszeitung Gazeta Wyborcza:

„Die Organisatoren der Aktion behaupten, dass es um ein Gebet für Frieden in Europa und auf der Welt geht, um die Mauern des Hasses und der Feindseligkeit einzureißen. Indes verwendet ein Teil der Teilnehmer den Rosenkranz als Knüppel für den Kampf gegen eine andere Religion: den Islam. Sie kommen mit der falschen Erzählung, dass ein Muslim automatisch ein Terrorist sein muss, oder zumindest den Terrorismus unterstützt und dass er danach strebt, Christen zu unterdrücken. ... Es ist schlimm, dass der Rosenkranz Teil der Politik wurde und dazu beiträgt, Hass gegen andere Kulturen und Religionen zu säen. Das ist mit Sicherheit gegen die Absichten vieler Teilnehmer und des Episkopats.“

Quelle: eurotopics Presseschau/ds/09.10.2017
 
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