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Warschauer Stadtregierung lehnt Smolensk-Denkmal ab Drucken E-Mail
  Am 10. April 2010 kam die polnische Präsidentenmaschine beim Anflug im russichen Smolensk zum Absturz. Der damalige Präsident Lech Kaczynski, seine Ehefrau  sowie zahlreiche Parlamentarier, Kirchenwürdenträger und Militärs kamen ums Leben. Ein Trauma für Polen, das Lech-Bruder Jaroslaw Kaczynski seither eisern in Erinnerung hält und mit fragwürdigen Verschwörungstheorien einer russische Täterschaft zu beweisen sich bemüht.

Als Regierungschef unter seinem Bruder, verklärte er dessen Tod zum nationalen Heldenepos. Gegen die historische Tradition ließ er Bruder und Gattin im Krakauer Wawelschloß beisetzen als erste Polen ohne königlichen Rang. Und das, obwohl ihn die Mehrheit der Polen Umfragen zufolge loswerden wollte.

Fünf Jahre nach dem tödlichen Absturz übt Jaroslaw der neue König in seiner Funktion als PiS-Parteichef quasi königliche Regierungsmacht aus. Und nun reicht ihm nicht mehr, dass im Land Straßennahmen seinem Bruder gedenken, ein monumentales Kaczynski-Denkmal vor dem Warschauer Präsidentenpalast stehe  noch immer nicht, rügt er.

Immer am zehnten Monatstag gedenkt der PiS-Chef mit Scharen seiner Anhänger dem Todestag seines Bruders vor dem Päsidentenpalast. Finanziert werden die Demos von einem Komitee, das wöchentlich bis zu 2.000 Anhänger mobilisiert – gegen rund 700 Protestierende.

Doch der Warschauer Stadtregierung  geht die  wöchentliche Gedenkdemo gehörig auf den Keks. Regierungsmehrheit hat die oppositionelle PO-Partei. Und die will sich kein  Kaczynski-Denkmal auf den Platz stellen lassen. 

Dabei hat das Pro-Denkmal-Komitte die Baukosten schon zusammen und schlägt vor: Abseits vom Kaczynski-Monument werde sich eine Gedenktafel anbringen lassen, die namentlich allen anderen Opfern des Absturz gedenkt.

Das, und nur das, will der Warschauer Stadtrat zulassen.


Quellen: Radio Poland/Warsaw Voice/ds/12.02.2018
 
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