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Regierung erhöht Ärztegehälter – besteht aber auf Gegenleistung. Drucken E-Mail
Polens neuer Gesundheitsminister Lukasz Szumowski hat am vergangenen  Donnerstag den drohenden Kollaps des Gesundheitswesens  abgewendet mit einem Kompromißangebot gegenüber dem Ärzteverband.. Er sieht bis 2024 die Aufstockung des Gesundheitsbudgets von derzeit 4,7 auf 6 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) vor und eine sukzessive Anhebung der Ärztegehälter bei gleichzeitiger Reduzierung der Überstundenleistungen. Der Ärzteverband hatte einen BIP-Anteilvon 6.8 Prozent gefordert, doch vorrangig ging es dem Gsundheitsminister darum, den sich seit Herbst 2016 landesweit ausweitenden Streik von rund  5000 Klinikärzten  aus den Schlagzeilen zu bringen.

Ärzte in polnischen Kliniken müssen sich vertraglich für Überstunden verpflichten. Das hat sich bis zu 80 wöchentlichen Stunden eskaliert, um den Notbetrieb aufrecht zu erhalten. Hunderet Ärzte hätten den Streß nicht lebend überstanden, und darauf aufmerksam zu machen, führte zur landesweiten Streiklawine, auch um zu zeigen, dass die Regierung ihr Gesundheitssystem in europäischen Vergleich schönredet, etwa Im Vergleich mit Deutschland.

Laut einer OECD-Analayse betreuen in Polen 3.1 Ärzte 1.000 Patieten, in Deutschland sind  es 4.1 Ärzte. Doch die deutschen Ärzte dürfen vertraglich nur 48 Stunden/Woche arbeiten, während viele ihrer polnischen Kollegen 80-Stunden-Einsätze nicht überleben. DerÄrzteverband spricht von über 500 stresstoten Fällen im vergangenen Jahr. Während ein Patient in Deutschland sorfotige Behandlung voraussetzt, überleben Polen nach  jahreslangen Warteschfleifen nicht, weil den Ärzten  die erforderliche Konzentration fehlt.

Gegenleistung:
Der Kompromiss des Gesundheitsministers setzt auch auf nationale Solidirität: In Polen ausgebildete Ärzte müsen ihrem Land  mit zweijährigem Klinikeinsatz dienen.
Das setzt wohl  extreme Heimatliebe voraus.


Quellen: The Warsaw Voice/AP/thenws.pl/ds/15.02.2018
 
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