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Britischer Literaturpreis für Olga Tokarczuk Drucken E-Mail
  Erstmals geht der renommierte internationale Man-Booker-Literaturpreis nach Polen. Die polnische Autorin Olga Tokarczuk und die US-amerikanische Übersetzerin Jennifer Croft teilen sich die Auszeichnung mit einem Preisgeld von 50.000 Pfund (ca. 57.000 Euro) für den Roman "Flights", wie die Jury am Dienstagabend in London mitteilte. Der Literaturpreis zählt zu den wichtigsten Großbritanniens und prämiert ins Englisce übersetzte ausländische Werke. Die Jury lobte den "wundervollen Esprit, die Fantasie und die literarische Ausdruckskraft", aber auch die Ironie der Autorin.

Ihr skurriler Roman spannt einen Bogen vom 17. Jahrhundert bis in die Gegenwart. Er handelt von dem holländischen Anatomen Philip Verheyen, der sein amputiertes Bein sezierte, vom Herzen des Komponisten Frédéric Chopin, das nach einer Obduktion von Paris nach Warschau geschickt wurde, und von Reisen im 21. Jahrhundert. Die deutsche Übersetzung unter dem Titel „Unrast“ ist im Verlag Schöffling & Co erschienen.

Die 56-jährige Tokarczuk gehört zu den bekanntesten Schriftstellerinnen Polens und wurde bereits fünf Mal mit dem höchsten Literataturpreis NIKE ausgezeichnet, zuletzt im Jahr 2015.

Doch diesmal dürfte ihre internationale Auszeichnung mehr im Ausland als in Polen nationalen Stolz befördern. Wiederholt hat  Tokarczuk wortgewaltig die mediale Gleichschaltungspolitik der PiS-Regierung kritisiert, ihr Intoleranz gegen Flüchtlinge und Antisemitismus zum Vowurf gemacht.

Foto:wikipedia/ds/24.05.2018
 
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