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EU erhält neues Urheberrecht Drucken E-Mail
Das EU-Parlament hat sich für ein neues Leistungsschutzrecht ausgesprochen, das Rechte von Verlagen, Künstlern und Journalisten stärken soll. Internetplattformen müssen künftig verhindern, dass urheberrechtlich geschützte Werke hochgeladen werden. Im Frühjahr soll die Reform von den Mitgliedsstaaten verabschiedet werden. Wie sinnvoll sind die neuen Regelungen?
Süddeutsche Zeitung: Endlich dem Digitalkapitalismus Grenzen gesetzt
Dass die Urheber von Online-Inhalten künftig von Google und anderen Unternehmen Geld für deren Nutzung verlangen können, feiert die linksliberle Süddeutsche Zeitung:

„Das ist aus drei Gründen wichtig und richtig. Zum einen stärkt es die freie Presse, eine der Stützen der Demokratie, die im Zuge der Digitalisierung und der damit einhergehenden Kostenlos-Mentalität ins Wackeln geraten ist. Zum Zweiten schützt es jene, ohne deren kreativen Leistungen wir nicht leben können und wollen. Der dritte Punkt ist vielleicht der wichtigste: Mit diesem Votum beweist die europäische Politik zum ersten Mal, dass sie in der Lage ist, dem Digitalkapitalismus Grenzen zu setzen.“

wPolityce: Das Ende des freien Internets

Die Urheberrechtsreform bedeutet das Ende des freien Internets, fürchtet der Mitherausgeber des rechten Internetportals wpolityce.pl, Michał Karnowski:

„Von der Reform profitieren vor allem riesige - vor allem deutsche - Medienkonzerne, die sich seit vielen Monaten für die Reform eingesetzt haben. ... Wir stehen vor einem gewaltigen Wandel, dessen Ausmaß die gewöhnlichen Internetnutzer noch nicht ausmalen können. Er wird dazu führen, dass das bislang freie, diskussionsfreudige und kompromisslose Internet, wie wir es kennen, bald Geschichte sein wird.“

Der Standard: Filter siebt auch Start-ups aus
Die Verschärfung des Urheberrechts fördert die Vormacht großer Konzerne im Internet, kritisiert Österreichs linksliberale Tageszeitung:

„[D]ie Implementierung eines Uploadfilters [ist] auch ein kostspieliges Unterfangen. Ein Milliardenkonzern wie Google, der mit Youtubes Content-ID schon über solche Mechanismen verfügt, kann sich das leisten. Ein europäisches Start-up, das in Europas IT-Wüste gegenüber Riesen wie Alphabet und Facebook ohnehin um sein Überleben kämpft, eher nicht. Selbst wenn man die demokratiepolitischen Probleme, die daraus entstehen, außer Acht lässt und einem privaten Unternehmen wie Google eine solche Verantwortung in die Hand drückt, ... ist nicht zu erwarten, dass die Firma ihre Konkurrenz dabei unterstützen wird, Fuß zu fassen.“

Quelle: eurotopics Presseschau/bpb/ds/13.09.2018
 
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