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Erinnerung an Ende des Ersten Weltkriegs Drucken E-Mail
Das Ende des Ersten Weltkriegs am 11. November 1918 gilt als Beginn einer neuen Zeitrechnung: rund 17 Millionen Menschen verloren ihr Leben, drei Imperien wurden zerstört. Rückblickend wurde das Ende des Gemetzels zu einer Referenz für die europäische Versöhnung und Vereinigung. Was sind die Lehren aus dieser Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts?

De Telegraaf: Das beste Europa, das wir haben
Der Brüssel-Korrespondent von De Telegraaf, Ruud Mikkers, beklagt einen Mangel an historischem Bewusstsein in der Diskussion über Europapolitik:

„Heute ist Deutschland ein Musterbeispiel der europäischen Zusammenarbeit. Dennoch gibt es viel Bitterkeit über Merkel. Der Blick auf ihr Erbe wird vor allem bestimmt werden von ihrer Entscheidung aus dem Jahr 2015 für eine großzügige Flüchtlingspolitik. Sie wusste, dass sie damit zu Hause nicht den Beliebtheitspreis gewinnen würde. Aber der Preis, den man hätte zahlen müssen, wenn sie das nicht getan hätte - ein wahrscheinlicher Zusammenbruch der Union mit allen Folgen - wäre noch größer gewesen. Sie ist also eine Kanzlerin mit großem Verantwortungsbewusstsein. ... Ich weiß auch, dass die Zustände hier in Brüssel oft nicht den Schönheitspreis verdienen. Aber was ist die Alternative? Das historische Bewusstsein fehlt oft in der Debatte.“
  
RZECZPOSPOLITA: Franzosen meiden Polen
Das Ende des Ersten Weltkriegs brachte auch die Unabhängigkeit für Polen. Dass kein französischer Politiker nach Warschau kommt, um dem zu gedenken, betrübt Rzeczpospolita:

„Die führenden Politiker der Welt, darunter Donald Trump und Wladimir Putin, werden am 11. November, 100 Jahre nach dem Ende des Ersten Weltkriegs, nach Paris kommen. Außenminister Jacek Czaputowicz wird Polen vertreten. Aber niemand kommt an diesem Tag aus Frankreich nach Warschau, und das ist traurig und paradox, wenn man bedenkt, dass Kanzlerin Merkel vor wenigen Tagen einen Kranz am Grabmal des unbekannten Soldaten in Warschau niedergelegt hat. Denn vor 100 Jahren baute Polen gegen den Widerstand Deutschlands seine Unabhängigkeit auf. Einzig Frankreich unterstützte Polen dabei entschieden.“

Quelle: eurotopics Presseschau (Auszug)/bpb/ds/06.11.2018
 
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