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Warnungen zum Auftakt der Weltklimakonferenz Drucken E-Mail
Mit einem eindringlichen Appell zum Handeln hat UN-Generalsekretär António Guterres die Weltklimakonferenz eröffnet. Der Klimawandel sei für ganze Staaten eine 'Frage von Leben und Tod', sagte er am Montag in Katowice. Dort verhandeln Delegierte aus 197 Ländern bis 14. Dezember unter anderem über die Umsetzung des Pariser Abkommens. Europas Kommentatoren schließen sich Guterres' Aufruf an.

Kurier: Die Grünen allein können die Welt nicht retten
Über ein seiner Meinung nach großes Missverständnis schreibt Österreichs liberale Tageszeitung:

„Dass [Umweltschutz und Klimawandel] nach wie vor grüne Themen oder primär Themen der Grünen seien. Wenn wir darauf warten, dass die Grünen für uns schnell mal die Welt retten, na dann gute Nacht! Klimawandel MUSS ein zentrales Thema für alle Parteien sein. Leider kann man halt nicht so ohne Weiteres Klimarouten schließen, Klimazäune bauen, Klima-Mindestsicherungen kürzen, Klimazüge bestreiken – und auch in den Pensionstopf zahlt das Klima wenig ein. Das Klima ist ein Migrant, der sich nicht an Grenzen hält. Und es pfeift auf Strafzölle. Soll heißen: Mit dem Klima ist zwar eine Welt, aber kein Staat zu machen.“

Hospodářské noviny: Auch Nationalismus lässt die Temperaturen steigen
Das Weltklima ist unverändert eine Geisel der Politik, klagt Slowakeis wirtschaftsliberale Tageszeitung:

„Der Begrenzung des Temperaturanstiegs auf weniger als zwei Grad ist nicht wirklich ehrgeizig. Die globale Temperatur wird sich stark erhöhen, wenn nicht radikal eingegriffen wird. Doch die Bemühungen der Wissenschaftler stoßen an die globale politische Realität: den Aufschwung von Populismus und Nationalismus in Europa, Amerika und Asien. Doch es geht nicht nur um das Problem, dass die USA oder andere die Pariser Vereinbarung verlassen. Sondern auch darum, dass viele der anderen Staaten nur solche Regeln setzen, die nicht wirklich eine Kontrolle der Emissionen ermöglichen.“

De Morgen: Jugend nimmt ihr Schicksal in die Hand

In Brüssel haben am Sonntag rund 65.000 Menschen für den Klimaschutz demonstriert. Für Belgiens linksorientierte Tageszeitung insbesondere deshalb ein Hoffnungsschimmer, weil viele Kinder und Jugendliche dabei waren:

„Der 2. Dezember 2018 ist der Tag, an dem das Klima endgültig nicht länger die Domäne einer Handvoll Wissenschaftler, einiger Bürger und einiger Promis war. Es ist jetzt eindeutig die Domäne der Generation nach uns. ... Neben dem Erreichen der Ziele von Paris geht es genau darum: Dass wir unsere Kindern verstehen lassen, was die Generationen vor ihnen mit dem Planeten angerichtet haben. So dass sie später klüger damit umgehen können, als wir es getan haben. Ein neues Schulfach: Klima.“

EXPRESSEN: Klimaschutz kann lukrativ sein
Zu klimafreundlichen Investitionen ruft Schwedens liberale Tageszeitung  Politiker, Bürger und Unternehmen auf:

„Ein Beispiel ist der von fossilen Brennstoffen freie Stahl, der von SSAB, LKAB und Vattenfall entwickelt wird. Er kann eine schmutzige Branche rein machen. Falls diese Technik funktioniert und sich verbreitet, trägt der neue Stahl mehr zur Reduzierung von Chinas Emissionen bei, als sämtliche Gipfeltreffen zusammengerechnet. Es gibt zwei Strategien, um die nötige Kursänderung zu erreichen: Abwarten in der Hoffnung, dass es auf Dauer billiger wird, oder jetzt handeln. Wer sich entscheidet, die Speerspitze zu bilden, wird seine Technologie an andere exportieren können. Der Klimawandel ist nicht nur ein (nicht zu vermeidender) Kostenpunkt - sondern auch eine Investition.“

Quelle: eurotopics Presseschau/bpb/ds/04.12.2018
 
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