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Großbritannien will Zuwanderung beschränken Drucken E-Mail
Die britische Regierung hat ein Zuwanderungsgesetz für die Zeit nach dem Brexit vorgelegt. Arbeitsmigranten sollen ein Visum für ein Jahr erhalten. Nur wenn sie jährlich mehr als 30.000 Pfund (rund 33.000 Euro) verdienen, bekommen sie ein Fünfjahresvisum. Ausländische Arbeitskräfte werden künftig stärker ausgebeutet, finden einige Kommentatoren. Für andere sind die Pläne ein Schritt hin zu mehr Gerechtigkeit.

The Sun: Endlich weniger billige ausländische Konkurrenz.
Lobende Worte für die Pläne findet die  konservative Tageszeitung:

"Wir unterstützen die 30.000-Pfund-Einkommensschwelle für die meisten angelernten Arbeitskräfte und stärkere Einschränkungen für Niedrigqualifizierte - außer es besteht ein größerer wirtschaftlicher Bedarf. All das bedeutet, dass wir, wie beim Brexit-Referendum versprochen, künftig wieder selbst über unser Schicksal entscheiden. Eine Einkommensschwelle kann Zuwanderungsströme regulieren. Sie muss hoch genug sein, dass sich Unternehmen abgewöhnen, billige ausländische Arbeitskräfte einzustellen, und dass sie wieder Briten nehmen und diesen mehr zahlen.“
 
GAZETA WYBORCZA: Ausgenutzt statt integriert

Zuwanderer, die künftig nach Großbritannien gehen, bekommen nicht die gleichen Rechte, wie diejenigen Migranten, die bereits im Land leben, klagt hingegen Polens linksorientierte Tageszeitung::

"Viele von denen, die nach [dem polnischen EU-Beitritt] 2004 nach London oder Manchester gegangen sind, haben als Tellerwäscher angefangen. Mit der Zeit haben sie ihr Englisch aufpoliert, sich mit Nachbarn und Arbeitskollegen angefreundet, Häuser und Autos gekauft und ihre Kinder auf britische Schulen geschickt. Heute arbeiten sie oft in höheren Positionen. Es ist traurig, dass ihre Nachfolger, denen man den Anreiz zur Integration und das Recht auf einen längeren Aufenthalt nimmt, nicht die gleichen Chancen bekommen. Sie werden als billige Arbeitskräfte benutzt, die nach einer festgesetzten Zeit gehorsam auf ihren Kontinent zurückkehren müssen.“
 

New Statesman: Nachhaltigkeit sieht anders aus:

Die britische Regierung schreckt genau jene ab, die sie willkommen heißen sollte, kritisiert auch Großbritanniens linkes Wochenmagazin:

„Die Zahl der auf zwölf Monate beschränkten Visa zu erhöhen, bedeutet natürlich, dass die meisten Zuwanderer nur vorübergehend in Großbritannien bleiben werden. Und es Menschen zu erschweren, ihre Angehörigen nachzuholen, hat zur Folge, dass sie keine Wurzeln schlagen und sich nicht bemühen werden, sich in die Gesellschaft zu integrieren. Jene, die ein Studium in Großbritannien in Erwägung ziehen, werden davon abgeschreckt sein, sofort wieder aus dem Land geworfen werden zu können, nachdem ihnen irgendein x-beliebiger Promi das Diplom überreicht hat - vor allem dann, wenn sie stattdessen auf eine Universität in Europa oder den USA gehen könnten, wo sie nachher eher bleiben und Arbeit finden könnten.“

Quelle: eurotopics Presseschau/bpb/ds/21.12.2018

 
 
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