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Fleischskandal in Polen Drucken E-Mail
In Polen hat ein Schlachthof nachts heimlich kranke Tiere getötet. Das Fleisch gelangte tonnenweise in Umlauf, mindestens 14 EU-Länder sollen betroffen sein. Zwar schließen Warschauer Behörden Gesundheitsrisiken aus, doch die EU-Kommission ermittelt. Für Kommentatoren hat die Politik jedenfalls ihre Hausaufgaben noch nicht erledigt.

Vecer: EU trägt Mitschuld an schlechtem Essen
Schuld an derartigen Skandalen trägt zu einem großen Teil die EU-Politik, meint die konservative kroatische Tageszeitung:

„Mit Hilfe ihrer Lobby und viel Geld sorgen die Lebensmittelkonzerne dafür, dass die Vorschriften, die in Brüssel angenommen werden, zu einem großen Teil nur dem Anschein nach tier- und umweltfreundlich sind. Lebensmittel sind so billig wie noch nie - auch deshalb, weil die Lebensmittelindustrie eine wahre Chemieindustrie ist. Natürliche Inhalte werden durch verschiedene Tricks ersetzt, wie Aromen und Geschmacksverstärker. … Die Handvoll Konzerne, die den Lebensmittelmarkt beherrschen, werden weiter das große Geld machen. Dies wird auch durch die gemeinsame EU-Agrarpolitik ermöglicht. Denn die setzt auf Subventionen für den Anbau und nicht auf die Qualität der erzeugten Lebensmittel zu einem fairen Preis.“

La Croix: Noch mehr kontrollieren, noch mehr sanktionieren. Verbraucher müssen sich auf Etiketten und Qualitätsstandards verlassen können, drängt die katholische Tageszeitung:

„Es besteht kein Grund, in Panik zu verfallen. Die Lebensmittelsicherheit hat sich im Zuge des wissenschaftlichen Fortschritts, neuer Regelungen und schärferer Kontrollen verbessert. … Wir schauen genau auf unsere Teller und achten auf eine ausgewogene Ernährung (nicht zu fett, nicht zu viel Zucker, ausreichend Obst und Gemüse…). Das ist gut so. Aber unsere persönliche Wachsamkeit wird nie ausreichen. Sie muss durch eine echte Rückverfolgbarkeit und wirksame Kontrollen ergänzt werden. Noch gibt es zu viele Produkte, die nicht halten, was sie versprechen. Es muss (besser) kontrolliert und (mehr) bestraft werden.“

Quelle: eurotopics Presseschau/bpb/ds/04.02.2019

 
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