Home arrow Panorama arrow Allein seit 1990 fast 400 Missbrauchsopfer von Priestern in Polen
Allein seit 1990 fast 400 Missbrauchsopfer von Priestern in Polen Drucken E-Mail
  Die Frühjahrsvollversammlung der Polnischen Bischofskonferenz in Warschau ist beendet. Erstmals legten die Bischöfe dabei Zahlen zum sexuellen Missbrauch durch Geistliche vor. Bestürzendes Ergebnis: 382 Kinder und Jugendliche seien laut den Akten zwischen 1990 und Juni 2018 von sexuellen Übergriffen betroffen gewesen. 198 der Betroffenen waren demnach unter 15 Jahre alt. Zudem gebe es 243 "unbestätigte Opfer". 58,4 Prozent aller 625 in der Studie erwähnten Minderjährigen sind demnach männlich, 41,6 Prozent weiblich.

In drei Vierteln der Fälle, deren absolute Zahl nicht mitgeteilt wurde, seien die kirchlichen Prozesse gegen die Geistlichen bereits abgeschlossen. Dabei sei jeder vierte Priester aus dem Klerikerstand entlassen worden. Weitere 40 Prozent wurden nach Angaben der Bischofskonferenz suspendiert, ermahnt oder ihnen wurde verboten, mit Minderjährigen zu arbeiten. Zehn Prozent der Geistlichen seien freigesprochen worden. In 42 Prozent der Fälle hätten die Minderjährigen den Missbrauch der Kirche selbst mitgeteilt, in 21 Prozent deren Angehörige. Bei sechs Prozent erfuhr die Kirche von Staatsorganen davon und in einem Prozent der Fälle aus den Medien.

Die Polnische Bischofskonferenz hatte die Missbrauchsfälle in den vergangenen Monaten bei den Diözesen und Ordensgemeinschaften abgefragt. Das kirchliche Statistikinstitut und das von der Bischofskonferenz gegründete Kirchenschutzzentrum werteten die Daten für die Studie aus.

Mit 155 Mitgliedern gehört die Polnische Bischofskonferenz zu den größten in Europa. Etwa 33 Millionen der 38,4 Millionen Polen gehören laut der nationalen Statistikbehörde der katholischen Kirche an.

Quellen: AFP/KANN/ds/16.03.2019
 
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