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Essenlieferdienste profitieren vom sonntäglichen Verkaufsverbot Drucken E-Mail
  Als vor vier Jahren die ersten Startups begannen, Essen an der  Haustür abzuliefern, wurden ihnen schwere Zeiten vorausgesagt. Essen online bestellen mag in den westlichen EU-Ländern funktionieren, aber nicht in Polen, wo Hausgemachtes traditionell im familiären Kreis aufgetischt wird. So liefen die Prognosen und schienen sich zu bestätigen mit Blick auf den deutschen Markt, in dem ein gnadenloser Wettbewerb zu einer Kette von Übernahmen führte, ohne dass die überlebenden drei Großen Gewinne erzielten; der holländische Konkurrent Takeaway hat einen nach dem anderen übernommen. Doch entgegen aller Prognosen boomt das Geschäft der Lieferanten in Polen.

Schon 2015 brachte einen geschätzten Gesamtumsatz von 200 Millionen Zloty, rund 48 Mio. Euro. Am Anfang förderlich war das Billig-Taxi-Unternehmen Uber, das in Deutschland eine zu vernachlässigende Rolle spielt. Im Windschatten von Uber ließen sich Fahrrad-Dienste ausbauen. Letztes Jahr wurden laut der Tageszeitung  Dziennik rund  900 Mio. Zloty, ca. 210 Mio. Euro umgesetzt. Und sie prognostiziert für die kommenden sechs Jahre eine fünffache Umsatzsteigerung auf dann 4.5 Milliarden Zloty bzw. rund  1.1  Mrd. Euro.

Die explodiernde Umsatzentwicklung verdankt sie ausgerechnet der heimatlichen Traditionen pflegenden PiS-Regierung. Sie hat im vergangenen Jahr dem sonntäglichen Verkauf den Ladenschlüssel entzogen, vorerst für den ersten und letzten Monatssonntag - und ab 2020 mit  Ausnahme von sieben Sonntagen das ganze Jahr hindurch.

Nicht verbieten läßt sich das Online-Geschäft.

Quelle: Dziennik.pl/Foto:TWU/ds/09.04.2019
 
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