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Sicherheitspolitische Vorstellungen in Polen, Frankreich, Deutschland. Drucken E-Mail
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   Das europäische Sicherheitssystem befindet sich in einer Krise. Russland hat Grenzen verletzt und sich Teile des Territoriums eines Nachbarstaates angeeignet, die USA haben den Vertrag von 1987 über die nuklearen Mittelstreckenraketen gekündigt. Frankreich und Deutschland sind zurzeit die beiden wirtschaftsstärksten Mitgliedsstaaten der EU,  Polen ist der wichtigste ostmitteleuropäische EU-Mitgliedsstaat. Umfragen zufolge geht für 77 % der Polen die Hauptgefahr von Russland aus, in Deutschland sehen diese Gefahr nur 33 % und in Frankreich 44 %. Die konfuse Politik des derzeitigen  US-Präsidenten hingegen wird in beiden Ländern von etwa der Hälfte der Befragten als feindseliger eingeschätzt, während nur 34 % der Polen diese Auffassung teilen.

Für den Autor dieser Polen-Analyse erklärt sich der antirussische Affekt der Polen als Nachwirkung von Jahrhunderten russischer Herrschaft, während in der deutschen Gesellschaft eine „postheroische“ Haltung festzustellen ist, die nach den Erfahrungen der Jahre 1933–1945 den Einsatz militärischer Gewalt instinktiv ablehnt.

Es ist  nun Zeit, über eine neue Sicherheitsordnung nachzudenken, regt der Autor an, der am Osteuropa-Institut der FU Berlin lehrte und bis 2017 Herausgeber der Russland-Analysen war.

Quelle: DPI/ds/17.04.2019
 
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