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Bild der "Schwarzen Madonna" mit buntem Heiligenschein entweiht. Drucken E-Mail
  Wer religiöse Werke profaniert, hat den Anspruch auf Künstlerische Freiheit mutwillig verspielt in Ländern, wo Kirche und  Regierung  DNA-kompatibel sind. Profanierung nennt die Kirche jede Form künstlerischer Bigotterie und erwartet von der Regierung strafrechtliche Wegsperrung. Der 51-jährigen polnischen Aktivistin Elżbieta Podlesna drohen zwei oder mehr Jahre Knast. Sie hat sich erdreistet, das berühmte Gnadenbild der „Schwarzen Madonna“ im Wallfahrtskloster in Tschenstochau plakativ im Posterformat mit einem Regenbogenheiligenschein zu übermalen.

Das Gnadenbild ist die wertvollste polnische Reliquie. 1656 wurde die Schware Madonna symbolisch als Muttergottes  zur  „Königin der polnishen Krone“ ernannt.
Über drei Millionen Pilger machen jährlich ihre Aufwartung. Doch diesmal fielen ihnen auch die  am Wegrand befindlichen Poster auf mit dem bunten Heiligenschein. Aktivistin  Podlesna hatte den Heiligenschein getauscht mit dem Farbenlogo der Schwulenrechtsbewegung.

Am Montag wurde ihre Wohnung überfallartig um 6.00 Uhr gestürmt. PCs, Smartphone, Poster und alternative Entwürfewurden  beschlagnahmt und Podlessna in Untersuchungshaft überführt.

Polens Innenminister Joachim Brudziński lobte den reibungslosen Überfall der Polizei und stellte in einem Tweet klar: : „Kein Bedürfnis nach Freiheit und ‚Toleranz‘ (...) rechtfertigt die Verletzung der Gefühle von Gläubigen.“

Amnesty International hat sich auch gemeldet:  „In Ermangelung eines Verbrechens, können wir nur feststellen, dass Elżbieta für ihren friedlichen Aktivismus verhaftet wurde. Amnesty International ruft die polnischen Behörden auf, die Verfolgung friedlicher Protestler und Aktivisten in Polen einzustellen, inklusive der willkürlichen Verhaftung von Menschen, die für ihre Rechte kämpfen. Aktivisten daran zu hindern, ihre Sichtweisen auf ihr Land frei zu äußern, ist rechtswidrig und muss auf der Stelle aufhören.“

Der Aufruf kommt zur rechten Zeit. Polens regierende PiS-Partei (der auch der Innenminister angehört) macht derzeit massiv Stimmung gegen die Schwulenbewegung.

Aktistin Podlesna wurde inzwischen aus der Untersuchungshaft entlassen. Doch die Strafe ist ihr sicher; Zwei Jahre Haft, so es für sie gut ausgeht.

Sogar der britische Guardian  hat über den Vorfall berichtet.

Quellen:blu/Guardian/ds/08.05.2019
 
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