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Mediengeläut um bunten Heiligenschein der „Schwarzen Madonna“ Drucken E-Mail
  Eine 51-jährige Aktivistin hat Polens heiligste  Reliquie, das Gnadenbild der „Schwarzen Madonna“, mit einer Poster-Aktion entweiht. Den Heiligenschein im Original hat sie in ihrer Poster-Aktion bunter gestaltet mit den Regenbogenfarben der LGBT-Bewegung – aus Protest gegen die PiS-amtliche Stimmungsmache. Das brachte ihr die Anzeige einer PiS-Abgeordneten ein, überfallartigen Polizeibesuch und  eine Erklärung des Innenministers zu ihrer Inhaftnahme, wir berichteten am 6. Mai.  Der Eifer der PiS-Regierung befeuert die Absicht der Aktivistin: Ihr Poster-Motiv ist medial verbreitet und hat hitzige Diskussionen im Land ausgelöst. In der oppositionellen Tageszeitung steht der Kommentar unter der Schlagzeile: „Komisch, wenn es nicht so gefährlich wäre“. Nachfolgend Auszüge:

„Rechtskonservative Extremisten könnten jetzt nach Lust und Laune entscheiden, was als Gotteslästerung eingestuft wird. Wer müsse als nächstes mit Strafe rechnen? Die Trägerinnen zu kurzer Röcke, Fans von Tanzmusik oder vielleicht einfach alle, die die Überzeugungen der Extremisten nicht teilen? Autor Danielewski ruft dazu auf, das angebliche gotteslästerliche Bild aus Solidarität zu verbreiten. Natürlich müsse man zumindest im Moment keine Angst haben, dafür ins Gefängnis zu kommen. Wahrscheinlicher seien eine Festnahme durch die Polizei, das Verhör durch den Staatsanwalt und letztendlich der Freispruch durch einen Richter. Die PiS-Partei habe eine ganz besondere Form der autoritären Herrschaft geschaffen – eine, die ihre politischen Gegner nicht ins Gefängnis steckt, sondern zu Tode langweilt.“

Quelle: Gazeta Wyborcza/Foto:Protest-Poster/wikipedia/ds/11.05.2019
 
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