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EU-Wahl: Polen fürchten Verlust der Reisefreiheit bei EU-Kollaps Drucken E-Mail
  Die EU ist das beste Friedensprojekt der Welt, und doch mobilisiert sich zunehmend Gegnerschaft seit der Brexit-Entscheidung, die Großbritanniens Regierung ins parlamentarische Chaos versenkt hat. Vermutlich 97 Millionen EU-Europäer werden am 26. Mai entscheiden, ob der EU-Kollaps bevorsteht oder das Votum weitermachen und besser werden. Es wäre die größte Wahlmobilisierung seit 1983, und Umfragen der ECFR-Think Tank zufolge wollen zwei Drittel der Befragten der EU den Rücken stärken. Sie ist Organ des EU-Rats für ausländische Angelegenheiten (ECFR)und hat den Bericht "Sieben Tage zur Rettung der Europäischen Union" vorgelegt.



In 14 Mitgliedstaaten wurden die Gefühle der Wähler ermittelt, einschließlich der Besorgnis über die Zukunft der EU.

Erkenntnisse der Umfrage: Mehr als die Hälfte der Wähler in Polen, aber auch in Frankreich, Deutschland und Italien ist der Meinung, dass der Zerfall der EU eine "echte Chance" sei, und die bevorstehenden Wahlen zum Europäischen Parlament könnten die letzten sein, an denen sie teilnehmen werden.

Die Umfrage zeigt weiter, dass ein Drittel (34 Prozent) der Befragten aus Polen im nächsten Jahrzehnt Angst vor Konflikten zwischen EU-Ländern habe. In dieser Hinsicht ist die Situation in Frankreich ähnlich. In Deutschland ist ein Viertel der Befragten der Ansicht, dass ein Krieg zwischen EU-Mitgliedstaaten im nächsten Jahrzehnt eine "tragfähige Option" sei. Trotz der rekordhohen positiven Meinung zur EU haben die Wähler Angst vor ihrem weiteren Schicksal.

Von den Befragten in 11 der 14 Länder befürchten 58 Prozent, dass die EU in den nächsten 20 Jahren auseinander fallen könnte:  Polen, Franzosen, Rumänen oder Italiener sowie 52 Prozent der Niederländer, die Hälfte der Deutschen und zwei Drittel der Slowaken. Am wenigsten - 40 Prozent – wird diese Meinung in Spanien geäußert.

Die Polen sind am meisten besorgt über den Verlust ihrer Reisefreiheit (50 Prozent), ihr Leben und Arbeitsmöglichkeiten in anderen Mitgliedstaaten (46 Prozent) oder die Handelsfreiheit (35 Prozent). Die Aussicht auf eine Einschränkung der Zusammenarbeit in den Bereichen Sicherheit und Verteidigung werfe weniger Bedenken auf (31 Prozent).

Kritik geht auch an die Haltung Deutschlands, weil es auf die EU-Reformpläne von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron nur lauwarm regiert – und  so der rechtspopulistischen Partei AFD die Agitationsbühne überlassen habe.

Mehrere Umfragen sagen den Rechtspopulisten in Deutschland, Frankreich, Italien, Polen (gemeint PiS), Ungarn, Dänemark und Österreich zusammen ein Drittel der Sitze im künftigen EU-Parlament voraus. Dazu kommt noch die populistisch höchst professionelle britische Ukip-Partei, die ein besonderes Kuriosum darstellt: Bis zum offiziellen Brexit-Austritt hat sie angekündigt, im EU-Parlament Randale aufzuführen.

Jüngsten BBC-Recherchen zufolge ist die Ukip-Brexit-Kampagne mit russichen Geldern finanziert.

                                             

 Quellen:ecfr.eu/div. Agenturmeldungen/ds/18.05.2019
 
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