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Polens Primas kündigt Solidaritätsfond an für Opfer von Pädophilie Drucken E-Mail
Binnen einer Woche ist der auf Youtube eingestellte zweistündige Dokumentarfilm  „SAG  ES NIEMANDEN“ bereits über 20 Millionen Mal aufgerufen worden. Eine Schockwelle durchzieht das Land, die sich stets ihrer engen Verbundenheit mit der Kirche bekennende PiS-Regierung hat härtere Strafen für Sexualtäter durchs Parlament gepaukt (bis 30 Jahre) und hofft, bei der Europawahl nicht abzuschmieren. Nun -endlich!- hat auch Primas Wojciech Polak Aktionismus angekündigt. Ein Sozialfond für die Kirchenopfer von Pädophilie soll aufgelegt werden, doch eine  Einlagesumme nannte er nicht.

Er steht vor dem Problem, seinen Kirchenstall auszumisten, für die er die Geschädigten als Räumungstruppe braucht. Das kennt man aus Erfahrung: Geschädigte Opfer schweigen aus Furcht, ihre Traumata vor Gericht zu erklären gegenüber einer kirchlich bestellten Verteidigungsarmada, die die Klage als für absurd erklärt ohne Eingeständnis des Beklagten.

Doch im Fall der Youtube-Dokumentation haben Opfer ihre priesterlichen Peiniger zur Rede gestellt. Sofern sie sich an nichts erinnern konnten, fiel ihnen bestenfalls eine geldliche Entschädigung ein mit der Versicherung, ein erlösendes Gespräch vor Gott zu leisten, für ihn und die von ihm Entwürdigte.

Diese moralisch billigste Kirchentaktik hat die Dokumentation entlarvt. Primus Polak ließ auf einer Pressekonferenz die Frage unbeantwortet, ob der Kirchenfond mit 375 Mio. Euro ausreichend gefüllt sei.

Das polnische Portal money.pl verwies auf Forschungen, dass nur etwa neun Prozent aller Pädophilie-Fälle gerichtlich abgeschlossen seien. Das könnte bedeuten, dass bis zu 1,500 potentielle Opfer vor dem Gericht Klage gegen Geistliche erheben könnten.

Amen.

Quellen:KNA/moey.pl/ds/19.05.2019
 
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