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Nun doch: Sonderzüge für „Pol´and´Rock“-Festival. Drucken E-Mail
  Polens Regierung will das Open-Air-Festival an der deutsch-polnischen Grenze mit Sonderzügen und Sicherheitspersonal unterstützen. Aus Sorge um die Sicherheit der Festivalbesucher seien das  Infrakstruktur- und Innenministerium damit beauftragt worden, Züge und Sicherheitspersonal zu organisieren, teilte Ministerpräsident Morawiecki bei Twitter mit. Tatsächlich hat er sich der Sorge angekündigter Protestaktionen entledigt. Denn das 1995 erstmals organisierte Rock-Festival hat es als „Haltestelle Woodstock“ zum weltweit  drittgrößten gebracht – dazu als einziges ohne Ticketverkauf, weil die internationalen Bands honorarfrei auftraten.

2014 rockten 750.000 Besucher auf dem vom Regen  getränkten Gelände, das seither als Woodstock-Schlammfestival Legende ist.

Im Jahr darauf begannen die Probleme.mit der nun nationalistisch-konservativen PiS-Regierung, die ein polnisches Geschichtsbild von Heldentum und Opferbereitschaft wiederkäut, in dem Woodstock-Schlammorgien nicht vorstellbar sind. Verschärfte Sicherheitsauflagen wurden gestellt, während gleichzeitig aus den USA Namensrecht für „Woodstock“ angemeldet wurde.

Aus „Woodstock Haltestelle“ wurde 2016  „Pol´and´Rock“.Das ganze Geeiere führte zu einem  Besucherrückgang auf 450.000. Dann verhalf die Flüchtlingskrise der PiS-Regierung, den Druck auf den Veranstalter zu erhöhen. So nah an der Grenze und nicht weit weg von Berlin drohe die Gefahr einreisender Muslim-Rocker mit womöglich bösen Absichten. Obendrein habe der Vandalismus im regionalen Zugverkehr zugenommen, weshalb der Zugservice zum Rockfestival eingestellt werde, hieß es.

Nichts von allen Vorwürfen und Befürchtungen ließ sich  belegen, und die Züge fuhren, weil es sich lohnt. Wegen derart  vernebelnder Hintergründe ist Twitter bestens geeignet wie einer in den USA mit auffälliger Kopfbedeckung täglich  beweist.

Dabei ist  "Pol´and`Rock " alias Woodstock  ein beeindruckendes Konzept.

Am Anfang gründete der Veranstalter die „Stiftung Großes Orchester zur Festtagshilfe“, die jährlich in Polen Spenden unter anderem für Kinderkrankenhäuser sammelt. Als Dankeschön bot er allen Spendern einen  kostenlosen Besuch auf seinem Rockfestival „Haltestelle Woodstock“ an. Im zweiten Jahr konnte er internationale Bands für die gute Sache mit einem kostenlosen Auftritt gewinnen.

Es macht keinen Sinn, das Festival kleinzukriegen. Es fegt etwas Staub weg vom drögen Erscheinungsbild, das die PiS-Regierung dem Land anheftet. Niemand in der PiS weiß das wohl besser als der Medienprofi Morawiecki.

Vom 1. bis 3. August ist Rock in Küstrin/Polen angesagt.

Infos aus der Vergangenheit hier

Quellen:thenews.pl/polentoday/ds/23.06.2019
 
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