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Brisant: Brandenburg wirbt um polnische Lehrer Drucken E-Mail
Nach der erfolgreichen Europawahl ist für die PiS-Regierung keinesfalls ein Sieg bei der im Oktober anstehenden Parlamentswahl ausgemacht. Mit Schulbeginn am 2. September droht ihr der größte Lehrerstreik des Landes seit 1993. 26.000 Schulen könnten geschlossen sein für vier Millionen Schüler*innen.Der dreiwöchige Lehrerstreik im vergangen Jahr wird wie angekündigt neu aufgenommen.300.000 Lehrer fordern einen 30-prozentigen Laufaufschlag, 15 Prozent maximal bot die PiS-Regierung unter der Bedingung an, dass gleichzeitig das Stundenpensum in Klassenzimmern von 18 auf auf 24 Stunden erhöht wird.

Lehrer an polnischen Schulen verdienen durchschnittlich 700 Euro im Monat, gerade mal etwa 100 Euro  über dem gesetzlichen Mindestlohn. Politiker kommen durchschnittlich auf 3.000 Euro/Monat.

Die Lehrergewerkschaft vertritt die größte Mitgliederschaft des Landes, doch die PiS verwies darauf, dass der Staatshaushalt die zusätzliche Lohnforderung nicht finanzieren könne – wegen anderer Sozialleistungen wie die Einführung einer Kindergeldzahlung.

Mit rund zehn Milliarden Euro belasten die von der PiS im Wahlkampf  2015 versprochenen sozialen Wohltaten den Staatshaushalt. Und  mit weiteren Sozialleistungen ist der Wahlkampf für die anstehende Parlamentswahl gespickt.

Dem Lehrerstreik könnten sich noch 40.000 gewerkschaftlich organisierte Sozialarbeiter anschließen.

Vor diesem Hintergrund erweist sich die Deutschen-Phobie der PiS als Punktelieferant im Wahlkampf: Brandenburg bietet sich polnischen Pädagogen an mit vergleichbar vierfach höherem Verdienst.

Das wiederum findet Dietrich Schröder von der Märkischen Oderzeitung als „reichlich unsensibel“.


Quellen:Warsaw Voice/ ZNP/MOZ/ds/02.07.2019
 
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