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Immer mehr Ukrainer wollen seßhaft werden in Polen Drucken E-Mail
Über 100.000 Wohnungen haben Ukrainer im vergangenen Jahr in Polen gekauft und  damit die Zahl von 2017 mehr als verdoppelt. Das meldet die Nachrichtenagentur IAR des Polnischen Rundfunks. Und sie beruft sich weiter auf Quellen im Innenministerium, daß im ersten Halbjahr dieses Jahres bereits über 400.000 Ausländer eine befristete Arbeitsgenehmigung beantragt haben, darunter „weit über 300.000 Ukrainer“. Für Polen ist das eine höchst willkommende Entwicklung, um den wirtschaftlichen Boom nicht einknicken zu lassen. Denn über zwei Millionen Landsleute sind seit dem EU-Beitritt 2004 als Arbeitsmigranten westwärts gezogen, bevorzugt nach Deutschland und Großbritannien. Und es sind vorwiegend  gut ausgebildetete Fachkräfte. Die Lücke, die sie hinterlassen haben, füllen seitdem Ukrainer aus.

Auch hierallerdings  gilt: die Besten kommen aus der westlichen Region, rund 1.4 Millionen waren es bereits  Ende 2018. Doch ihre Arbeitsgenehmigung ist als Nicht-EU-Europäer gemäß der Schengen-Regel auf drei bis im Ausnahmefall neun Monate befristet.

Zwar wurden in Polen Visa-Anträge durchaus problemlos  erneuert und Kritik aus Brüssel überhört bis hin zur Behauptung, die Ukrainer als Flüchtlinge aufzunehmen und damit die von Brüssel zugeteile Aufnahmequote der Mittelmeer-Flüchtlinge seit 2015 längst überfüllt zu haben.

Doch die Schengen-Direktive wurde eingemottet, weil allgemeiner Notstand an Fachkräften einer Lösung zuzuführen war. Deutschland etwa reagierte umgehend  mit dem Bescheid, die Visafristen für NICHT-EU-Staaten (wie die Ukraine) ab 2020 moderat auszulegen. Ab dann können sich die Ukrainer mit in Polen erteilter Visa nach Deutschland und anderswo in der West-EU auf den Weg machen.

Polen hat den Vorteil, in enger kultureller und sprachlicher Beziehung mit der Ukraine zu stehen. Das sehen wohl auch die Ukrainer so mit ihren Immobilienkäufen in Polen.

Quellen: IAR/Eurostat/ds/14.08.2019
 
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