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Staatsanwaltschaft Lódz ermittelt gegen deutsche Abfallexporteure Drucken E-Mail
  29 Entsorger und sieben Transportfirmen aus Deutschland stehen im Verdacht, unerlaubt in großen Mengen gemischte Abfälle nach Polen zu verbringen. Eine seit 2018 auffällige Zunahme von Bränden auf  Mülldeponien hatte die polnische Umweltschutzbehörde GIOS in Alarmstimmung versetzt. Doch erst der Großbrand auf der Mülldeponie der Kreisstadt Zgierz im Mai 2018 sorgte für mediale Aufregung. Tagelang waberte ein Gitfwolkengemisch über Zgierz. Presserecherchen kamen der Ursache schnell auf die Spur und legten bloß, dass ein globales Problem Ursache der Deponiebrände in Polen sei.

China hatte 2017 der EU-Kommission angekündigt, ab 2018 keinen Entsorgungsmüll aus Europa aufzunehmen. Allein Deutschland hatte jährlich rund 760.000 Tonnen Kunststoffabfälle nach China geschickt, vor allem Folien aus Polyethylen und PET – also alte Plastikflaschen.

Auf von der EU-Kommission angebotene Übergangsfristen ließ sich China nicht ein. Die deutschen Müllentsorger waren mit einen Preis von 200 Euro pro Tonne Abfall zu teuer – und suchten billigere Abnehmer.

Polnische Deponiebetreiber boten durchschnittlich 75 bis 80 Euro pro Tonne – in der Regel ohne Aufschläge für Hochtoxisches. So erhöhte sich der deutsche Müllexport nach Polen 2018 um das Dreifache gegenüber dem Vorjahr auf  rund 250.000 Tonnen. Wieviel davon auf den Deponien schlicht abgefackelt worden ist, wird die Staatsanwaltschaft Lódz nur schätzen können.

Das deutsche Bundesumweltministerium (BMU) sieht sich völlig überfordert, der Staatsanwaltschaft Lódz Zahlen zu liefern. Angeblich seien die illegalen Abfalltransporte nach Polen nicht hinreichend belegt wie auch nicht überprüfbar belegt, was an Abfällen wieder nach Deutschland zur Entsorgung zurückgeführt worden ist.

Quellen:GIOS/BMU/PAP/ds/08.09.2019
 
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