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Historischer Auktionszuschlag für „Caminando“ – Ensambel Drucken E-Mail
              
Für acht Millionen Zloty, rund 1.9 Mio. Euro, wurde vergangene Woche das „Caminado“ betitelte Skulpuren-Ensambel der polnischen Künstlerin Magdalena Abakanowicz im Warschauer Auktionshaus  Desa Unicum verkauft. Es ist der bisher höchste im polnischen Kunstmarkt erzielte Preis. Das Ensambel  aus 20  Figuren  (Foto) stammmt aus dem Nachlass des US-amerkanischen Schauspielers und Komiker Robin McLaurin Williams. Ob es in Polen verbleibt und wer hinter dem Kauf steckt, wurde nicht bekanntgegeben.


 
  Biografie
: Magdalena Abakanowicz (1930 – 2014) entstammte einer polnischen Adelsfamilie. Von 1949 bis 1954 studierte sie an den Kunstakademien in Danzig und Warschau.Als unabhängige Künstlerin erreichte sie mit großen gewebten Wandtextilien in den 1960er Jahren erstmals internationale Aufmerksamkeit. Für ihre Wandteppich-Serie Abakans erhielt sie 1965 den Grand Prix der Biennale in São Paulo, Brasilien. Mitte der 1970er Jahre schlug sie eine dramatische Wendung ein, indem sie begann, aus natürlichen oder gefundenen Materialien wie Sisal und Sackleinwand mithilfe von Klebstoff und Harz plastische Skulturen zu erschaffen.

Mitte der 1970er Jahre nahm ihr Werk eine dramatische Wendung, als sie begann, Menschen, Tiere und Vögel zu erschaffen - und dabei die Kunstwelt vor allem mit  kopflosen  Menschenkorso zu irritieren.. Sie traten als Ensemble auf und in überdimensonalen Maßen. Das wurde von da an  ihr charakteristisches Œuvre.

Von 1965 bis 1990 lehrte sie als Professorin an der Kunsthochschule in Posen und  gleichzeitig ab 1984 als Gastprofessorin an der University of California, Los Angeles.

Eine Größenordnung besonderer Art stellen auch Abakanowiczs zahlreiche nationale und internationale Auszeichnungen, Ehrungen und Kunstpreise dar.

Allein sieben Kunsthochschulen in aller Welt verliehen ihr die Ehrendoktorwürde. Sie war Mitglied mehrerer Akademien der Künste, Trägerin vieler Verdienstorden. Und mit über zweihundert Einzelausstellungen war sie ohne Zweifel die bekannteste zeitgenössische polnische Bildhauerin, obwohl die eigentliche Bildhauerei nur einen Teil ihres Schaffens ausmachte.

Polen verlieh ihr 2001 den Großen Preis der Kulturstiftung, Berlin würdigte 2010 ihr Engegement für die deutsche-polnischen Kulturbeziehungen mit dem Großen Bundesverdienstkreuz mit Stern.

Es gelang ihr allerdings  nicht mehr, einen Skulpturenpark mit ihren Werken in Warschau, unweit ihrer Wohnung einzurichten. Die Stadtverwaltung zögerte die Umsetzung des Projektes immer wieder hinaus. Mal der Kosten wegen heißt es,andere sehen den Bremser im damaligen Bügermeister Lech Kaczyński, dem Zwillingsbruder des derzeitigen PiS-Parteivorsitzenden, dessen Beziehung zum Kuluturbetrieb historisch verankert mit der Zeit, als Schlachtengemälde polnische Größe verherrlichten.

Eine Erkrankung an Alzheimer versagte ihr die Erfüllung des Skulpturenparks. 86-jährig starb die  in der Kunstwelt als zeitgenössich bedeutendst verehrte  Polin.

Quellen: Polskie Radio/Foto:artnet.de/ds/02.11.2019
 
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