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AKK wirft hin: Wohin treibt die CDU? Drucken E-Mail
Nach dem Politbeben in Thüringen hat Annegret Kramp-Karrenbauer am Montag angekündigt, ihr Amt als CDU-Vorsitzende abzugeben und nicht als Kanzlerkandidatin anzutreten. Sie könne weder eine Zusammenarbeit mit der AfD noch mit der Linken akzeptieren. Europas Presse fragt sich, welchen Weg die CDU nun einschlagen wird – und was ein Führungsvakuum nach Merkel bedeuten würde.

POLITYKA: Chance für die Christdemokraten.
Der Rücktritt ist für die CDU nicht unbedingt schlecht, findet allerdings Polens liberales Magazin:


„Es hat sich schnell herausgestellt, dass AKK, obwohl sie viel mit Merkel gemeinsam hat, weder die Verhandlungsgeschicklichkeit der Kanzlerin noch ihre politische List besitzt. Ihr Rücktritt ist für die Christdemokraten in der Tat eine Chance auf Neufindung. Es ist noch nicht bekannt, wer Kramp-Karrenbauer ersetzen wird, aber der neue Chef (mit ziemlicher Sicherheit ein Mann) muss die CDU vor dem Zerfall bewahren und entscheiden, welche Strategie gegen die AfD ergriffen werden soll, die vor allem im Osten stark ist - eine vollständige Abgrenzung oder doch eine begrenzte Zusammenarbeit?“

EL Mundo: Ein Beben, das auch Europa erfassen kann.
Die durch den Rückzieher ausgelöste politische Krise könnte sich über Deutschlands Grenzen ausbreiten, befürchtet Spaniens konservative Tageszeitung:


„Die Entscheidung hat Merkels ausgefeilten Plan für die Kontinuität ihres politischen Projekts über den Haufen geworfen. Und die Einheit der Konservativen bröckelt an allen Ecken und Enden, nachdem diese die Isolierung der Rechtsextremen in der Region Thüringen aufgegeben hatten. Das Schwerwiegendste wäre zweifellos, wenn sich dieses politische Beben auf Europa ausweitete. So eine ernste Führungskrise in dem Land, das am stärksten die Werte der EU gegen die sich ausbreitende Europafeindlichkeit verteidigt hat, könnte eine Instabilität bringen, die für das Gemeinschaftsprojekt nichts Gutes brächte.“

Dnevnik: Deutsche Politik nun völlig unberechenbar:
Auch Dnevnik kommt zum Schluss, dass der politische Umbruch infolge des Rücktritts in ganz Europa Wellen schlagen wird, analysiert Sloveniens linksliberale Tageszeitung:


„Kramp-Karrenbauers Rücktritt bestätigt, dass die politischen Entwicklungen in Deutschland seit Mitte letzter Woche eine eigene Dynamik entwickelt haben und völlig unberechenbar geworden sind. Das ist nicht nur für Deutschland, sondern auch für Europa schlecht. Schlecht für den Europäischen Rat, die Kommission und auch allgemein. Angela Merkel steht wie ein Reh auf einer Lichtung und ihr Sturz (den die AfD heute bereits zum nächsten kurzfristigen Ziel erklärt hat) wird für nationale populistische Parteien in ganz Europa Wind in den Segeln sein.“

Quelle: eurotopics Presseschau/bpb/ds/11.02.2020
 
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