Home arrow Panorama arrow Mord an Boris Nemzow jährt sich zum fünften Mal
Mord an Boris Nemzow jährt sich zum fünften Mal Drucken E-Mail
Am gestrigen Donnerstag haben die Bürger in vielen russischen Städten an den Oppositionspolitiker und Putin-Kritiker Boris Nemzow erinnert. Nemzow, unter Boris Jelzin Vizepremier und als dessen möglicher Nachfolger gehandelt, war am 27. Februar 2015 in unmittelbarer Kreml-Nähe erschossen worden. Wer den Mord beauftragt hat, wurde bis heute nicht ermittelt.


NOWAJA GAZETA: Denkmäler in Gedanken.
Das Gedenken an Nemzow ist inzwischen ein Akt des politischen Widerstands, konstatiert Russlands  regierungskritische Tageszeitung:

In Moskau gibt es bis heute keine offizielle Gedenkstätte für Nemzow. Aktivisten kämpfen seit Jahren für eine Umbenennung der Brücke [auf welcher Nemzow erschossen wurde] in Nemzow-Brücke, die Anbringung einer Gedenktafel und ein vollwertiges Denkmal. Irgendwann wird das geschehen, derartige Morde lassen sich nicht aus dem Gedächtnis eines Landes streichen. Es gelang nicht [bei Stalins Repressionen] in den 1930er Jahren und wird auch jetzt nicht gelingen. Alljährlich gibt es zu Nemzows Ehren Trauerkundgebungen in vielen Städten. Sie haben sich schon lange in Demonstrationen staatsbürgerlicher Würde verwandelt: Wer für ehrliche Wahlen und gegen politische Strafprozesse und Krieg ist, teilt an diesem Tag das Andenken an Nemzow.“

POLITYCA: Reformer der postsowjetischen Zeit.
Nemzow leistete einen entscheidenden Beitrag, Russland in den 1990er Jahren zu modernisieren, erinnert Polityka:

„Der Politiker stieg schnell auf, unter anderem war er der jüngste Gouverneur in der Geschichte Russlands und stellvertretender Ministerpräsident. Ältere Politiker nannten ihn 'den jungen Reformer'. Als knapp 38-Jähriger sollte Nemzow ein 'neues Klima' schaffen, für einen Hauch von Rebellion und Frische sorgen. Einige Zeit gelang ihm das. Er beschäftigte sich mit sozialen Fragen, kämpfte gegen die ungeordnete Privatisierung und Monopolisierung der Wirtschaft und versuchte, den Markt zu liberalisieren, insbesondere wenn es um Öl und Gas ging. Dank ihm entwickelte sich in Russland in relativ kurzer Zeit ein Mobilfunknetz, das auch in abgelegenen Regionen verfügbar war.“

Quelle: eurotopics Presseschau/bpb/ds/28.02.2020
 
< Zurück   Weiter >
(C) 2020 www.polentoday.de
Joomla! is Free Software released under the GNU/GPL License.