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Polnische Bischofskonferenz: Mehr Messen wegen Coronavirus Drucken E-Mail
Das Coronavirus hat weitreichende Folgen: Italien ist abgeriegelt, in Deutschland werden alle großen Veranstaltungen abgesagt. Die Polnische Bischofskonferenz hingegen ruft dazu auf, nicht weniger, sondern mehr Messen zu fei.
 

Wegen der Verbreitung des Coronavirus hat die Polnische Bischofskonferenz dazu aufgerufen, mehr Messen zu feiern. Entsprechend der Empfehlungen der Gesundheitsbehörden, große Menschenmengen zu vermeiden, bittet der Vorsitzende Stanislaw Gadecki in einer Pressemitteilung von Dienstag darum, "die Anzahl der Sonntagsgottesdienste in den Kirchen – wenn möglich – zu erhöhen". So könnten entsprechend der Richtlinien möglichst viele Gläubige den Gottesdienst bei gleichzeitig geringerer Ansteckungsgefahr besuchen.

Während Krankenhäuser Krankheiten des Körpers heilten, seien Kirchen unter anderem dafür da, Krankheiten des Geistes zu heilen, betont Gadecki. "Darum ist es unvorstellbar, dass wir nicht in unseren Kirchen beten." Er erinnerte daran, dass Händeschütteln beim Friedensgruß nicht nötig sei. Alte und kranke Menschen hingegen sollten "in der gegenwärtigen Situation" zu Hause bleiben und die Heilige Messe im Fernsehen verfolgen.

Das Coronavirus hat darüber hinaus weitere Folgen für die Bischofskonferenz in Polen: Die Vollversammlung, die für Ende der Woche geplant war, wird auf unbestimmte Zeit verschoben, entschied Gadecki laut Mittelung am Mittwoch. Statt aller 151 Mitglieder der Bischofskonferenz werde am Donnerstag der Ständige Rat mit 13 Mitgliedern zusammenkommen.

In Polen hat der katholische Glaube einen hohen Stellenwert: Während in Deutschland 2018 etwa 9,3 Prozent der Katholiken den Sonntagsgottesdienst besuchten, waren es in Polen 2017 38,3 Prozent. Die Kirchen sind bei Gottesdiensten vergleichsweise voll.


Quellen:kathweb/mpl/ds/12.03.2020


Aktualisiert

Die polnischen Bischöfe hoben am Donnerstag in einer viel erwarteten Mitteilung bis zum 29. März die Katholiken vom Pflichtbesuch der sonntäglichen heiligen Messen entbunden. Das heiße, "nicht zum Gottesdienst zu gehen, ist in dieser Zeit keine Sünde", schreiben die Bischöfe. Die Freistellung gelte für Christen in fortgeschrittenem Alter, Personen mit Corona- und Erkältungssymptomen und für Kinder und Schulkinder und ihre Betreuer sowie für Menschen, die eine Infektion fürchten.

 
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