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Coronakrise: Polen reagiert mit 17 Punkte–Hilfsprogramm Drucken E-Mail
  Um die negativen Folgen der Coronakrise für die Wirtschaft abzufedern, hat die polnische Regierung ein rund 50 Milliarden Euro schweres Hilfsprogramm aufgelegt, genannt  „Anti-Krisenschild“. Vorgestellt von Regierungschef Mateusz Morawiecki umfasst es 17 Hilfsprogramme. Morawiecki will mit allen Mitteln den beeindruckenden Wirtschaftsboom des Landes aufrechterhalten. Es könne zwar „kurzfristig“ zu Störungen kommen, doch Polens Wirtschaft sei stabil aufgestellt und mit dem Antikrisenpakt  gegen eine Rezession gewappnet, so Morawiecki.

Kritiker indes sprechen von einer der üblichen Rampenlichtreden, mit denen sich Morawiecki sonnt. Sie rechnen mit einem wenigstens dreiprozentigen Wirtschafts-Malus. Deutet sich das an, könnte bei der  anstehenden  Präsidentschaftswahl das Abschiedsgeläut für den PiS-getreuen Amtsinhaber Andrzej Duda erklingen.

Das  Antikrisenpaket hat Morawiecki mit rund 50 Milliarden Euro gefüllt.

Rund 7.5 Mrd. Euro hat die EU Polen bezuschußt für die Bekämpfung der Corona-Infektion, für Italien hingegen nur 2.4 Mrd. Euro.

Das  ist eine Fake News, erklärte Morawiecki gegenüber neidvollen Kommentaren in EU-Medien. Tatsächlich habe die EU nur  6.5 Mrd. Euro bewilligt.


Hier die 17 wichtigsten polnischen Hilfsprogramme:

1. In Unternehmen mit Problemen übernimmt der Staat die Finanzierung von 40% des Gehalts, und der Arbeitgeber kann die Personalkosten um 60% senken, wenn er keine Arbeitnehmer entlässt.

2. Der Staat wird fast die Hälfte des Gehalts eines vorübergehend pausierten Arbeitnehmers abdecken, und das Gehalt darf nicht unter dem Mindestlohn liegen.

3. Selbstständige, Vertrags- und Werkangestellte erhalten bei einem Einkommensrückgang eine einmalige Auszahlung von ca. 500 Euro
.
4. Arbeitnehmer können Kreditlockerungen in Banken beantragen.

5. Polen werden von der Verschiebung der Einkommenssteuer-Erklärung auf Ende Juni profitieren.

6. Das Amt für Konkurrenz- und Verbraucherschutz schützt vor ungerechtfertigten Preiserhöhungen und rechtswidrigen Praktiken auf dem Markt für Gelddarlehen.

7. Kleine und mittlere Unternehmen werden in der Lage sein, eine Verlängerung der Betriebsmittelkredite zu erhalten und neue Finanzierungen zu erhalten, die mit 80 Prozent de-minimis-Beihilfe-Regelungen der Nationalem Entwicklungsbank BGK gesichert sind.

8. Unternehmen können Kapital aus dem polnischen Entwicklungsfonds und eine Umsatzversicherung bei der Organisation für Exportkreditversicherungen KUKE erhalten.

9. Transportunternehmen können ARP-Leasing mit Raten nutzen, die um 3 Monate verschoben werden.
10. Kleinunternehmen mit bis zu 9 Mitarbeitern können vom Arbeitsfonds einen zinsgünstigen Kredit von bis zu 1250 EUR für 12 Monate erhalten.

11. Unternehmer können in der Sozialversicherungsanstalt ohne Gebühren eine Stundung oder Ratenzahlung von Sozialversicherungsbeiträgen erhalten.

12. Unternehmer können eine Körperschaftsteuer-Rückerstattung erhalten, indem sie die Steuer ab 2019 um die Höhe der Verluste im Jahr 2020 korrigieren.

13. Das Gesundheitswesen erhält zusätzliche Mittel in Höhe von 1,8 Mrd. EUR zur Bekämpfung der SARS-CoV-2-Epidemie, der Einführung einer Hotline für Patienten und Ärzte, der Computerisierung und der Entwicklung des Programms für medizinische Pflegeheime (DDOM) für ältere Menschen.

14. Unternehmen werden den Auswirkungen von Verzögerungen und Strafen bei der Vergabe öffentlicher Aufträge nicht ausgesetzt.

15. Der Premierminister wird einen öffentlichen Investitionsfonds im Wert von über 7 Mrd. EUR einrichten, um die Wirtschaft durch öffentliche Investitionen in Infrastruktur, Straßen, Krankenhäuser, Schulen, Digitalisierung, Energie und Biotechnologie anzukurbeln.

16. Viele administrative oder gerichtliche Pflichten und Fristen werden verschoben.

17. Arbeiter aus der Ukraine erhalten eine automatische Verlängerung von Visa und Arbeitserlaubnissen.


Quellen:PAP/thenews.pl/ds/20.03.2020
 
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