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Quarantäne-Kontrolle via Smartphone? Drucken E-Mail
Bei der Eindämmung von Covid-19 schaut Europa auch nach Südkorea: Dort wird per App kontrolliert, ob die Menschen sich an die Quarantänevorschriften halten - offenbar freiwillig und mit Erfolg. Nun nutzen auch in Europa erste Länder Handy-Daten, um nachzuverfolgen, wie viele Personen sich im öffentlichen Raum bewegen. Für einige Beobachter ist dies genau richtig, für andere eine gefährliche Aufweichung des Datenschutzes.


POLITYKA: Jetzt schon klären, wie wir Notmaßnahmen beenden.
Polens liberales Magazin  befürchtet, dass die weitreichenden Restriktionen über die Corona-Krise hinaus Bestand haben könnten:


„Es ist viel leichter, den Sicherheitsbehörden neue Kompetenzen zu gewähren, als sie ihnen später wieder wegzunehmen. Das hat sich schon im Kampf gegen den Terrorismus gezeigt. Vor der Pandemie haben die Leute nun noch viel mehr Angst, so dass der Einsatz von Mitteln erlaubt wird, auf die sich die Gesellschaft unter anderen Umständen niemals einlassen würde. Deshalb müssen wir, wenn wir neue Maßnahmen einführen, von Anfang an einen genauen Plan aufstellen, wie wir diese am Ende der Pandemie wieder einstellen werden.“

Le Figaro: Geleitschutz auf dem Weg zurück in die NormalitätApps, die die Wege von Covid-19-Infizierten aufzeichnen, könnten bei der schrittweisen Aufhebung der Ausgangssperren unerlässlich werden, erwägt Valérie Segond, Italien-Korrespondentin, der konservaiven französischen Tageszeitung:


„Die Technikbegeisterten behaupten, dass sich diese Apps auf das Risikobewusstsein und die Verantwortung jedes Einzelnen stützen. Nur wer möchte, wird sie herunterladen - das gewohnte Verfahren bei Apps, das auf einer Einverständniserklärung der Nutzer sowie der Möglichkeit des Widerrufs basiert. Diese 'digitalen Pässe', so argumentieren sie, werden die schrittweise Aufhebung der Ausgangssperren absichern, die einen heiklen Punkt darstellt, da derzeit niemand wirklich weiß, ob Antikörper die Genesenen schützen. ... Es wird einem bewusst, dass diese digitalen Schutzschilde vielleicht die Bedingung schlechthin für eine Beendigung der Ausgangssperren sein werden.“

Corriere della Sera: Moderne Technologie ruhig einsetzen. Alle Möglichkeiten sind jetzt willkommen, um die Ansteckungsrate zu senken, applaudiert Italiens soziallberale Tageszeitung:


„Warum nutzen wir jetzt, wo wir es tun müssen, nicht die Technologie, die uns zur Verfügung steht? Die Anweisung lautet, zu Hause zu bleiben. ... Eine Regel, die zu viele Menschen brechen, weil wir immer noch mit Waffen des 20. Jahrhunderts kämpfen. Um diese Herausforderung zu meistern, müssen wir nach den Weisungen der WHO handeln: 'Den Infizierten finden, isolieren, testen, behandeln und jeden seiner Kontakte ausfindig machen.' Damit dies schnell möglich wird, könnten die Behörden die Mobilfunkbetreiber auffordern, ihre Daten und Technologien in großem Umfang zur Verfügung zu stellen, um die Einhaltung der sozialen Distanz zu kontrollieren, und neue Kanäle für die Kommunikation mit den Bürgern zu öffnen.“

Quelle: eurotopics Presseschau/bpb/ds/23.03.2020
 
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