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Die Queen spricht zum Volk - und trifft den Ton Drucken E-Mail
Königin Elizabeth II. hat die Briten in einer TV-Ansprache zum Durchhalten in der Coronavirus-Pandemie aufgerufen. Sie hoffe, dass in den kommenden Jahren alle stolz darauf sein können, wie sie mit dieser Herausforderung umgegangen seien. Dass die Queen eine Rede an die Nation hält, ist, abgesehen von den Weihnachtsansprachen, extrem selten. Doch es hat sich gelohnt, da scheinen sich Journalisten einig.

wPolityce.pl: Eine Rede für die Geschichtsbücher.
Polens nationalistisches Onlineportal ist ganz aus dem Häuschen:

„Das war ein ernsthafter, würdiger und fürsorglicher Appell an ihre Landsleute, der das Ausmaß der gegenwärtigen Krise betonte. Die Rede wird in die Geschichtsbücher eingehen und zukünftige Generationen werden stolz auf die Haltungen der heutigen Briten sein. Zuschauer aus vielen anderen Ländern bekamen die Rede gezeigt. Es liegt etwas Symbolisches darin, dass in diesen Zeiten die erzkonservative Figur der Monarchin liberale Menschen aus aller Welt erreichen kann. ... Zu ihrer mehr als nur traditionellen Leistung kann nichts hinzugefügt werden: Lang lebe die Königin!“

BBC: Die richtigen Werte beschworen.
Angetan von der Ansprache zeigt sich auch das britische Onlineportal:

„Angesichts der im Moment so oft bemühten Metaphern und Vergleiche, die sich auf den Zweiten Weltkrieg beziehen - ein Krieg, an den sich die Königin gut erinnert -, hätte die Versuchung groß sein können, Parallelen zu diesem Konflikt zu ziehen. Der einzige direkte Hinweis darauf war jedoch der auf ihre erste Radio-Rede im Jahr 1940, als die Königin damals als junge Prinzessin gemeinsam mit ihrer Schwester Margaret zu evakuierten Kindern sprach. ... Diesmal war nicht von einem Kampf, von Härte und von Konflikten die Rede. Stattdessen hob die Königin friedlichere nationale Eigenschaften hervor: 'Selbstdisziplin', 'ruhige, wohlgelaunte Entschlossenheit' und 'Mitgefühl'. Dies war nicht die Rede einer kriegerischen Königin – es ging um gemeinsame Anstrengung.“

FAZ: Moralische Autorität wie sonst niemand.
In der Krise beweist die Monarchin ihren Wert für ein zerstrittenes Land, beobachtet die konservative Frankfurter Allgemeine Zeitung:

 „Elisabeth wird demnächst 94 Jahre alt. Man muss ihr und dem ganzen Königreich wünschen, dass sie noch möglichst lange auf dem Thron bleibt. Formal ist zwar die Nachfolge über mehrere Generationen gesichert. Aber kein anderes Mitglied des Hauses Windsor wäre aktuell in der Lage, eine so große moralische Autorität und ein Gefühl von Sicherheit auszustrahlen wie diese Frau. Dass die Regierung im allgemeinen sowie der Premierminister im besonderen zur Zeit eine etwas unglückliche Figur abgeben und die Opposition sich gerade erst wieder neu erfindet, verdeutlicht die Leere, die hinter der Königin zur Zeit herrscht.“

Quelle: eurotopics Presseschau/bpb/ds/06.04.2020
 
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