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Ölpreis unter Null: Händler bieten Abnehmern Geld Drucken E-Mail
Inmitten der Coronavirus-Pandemie ist der Erdölpreis an der New Yorker Börse erstmals in seiner Geschichte tief ins Negative gerutscht. Der Preis der US-Referenzsorte WTI (West Texas Intermediate) zur Lieferung im Mai lag zum Börsenschluss am Montag bei minus 37,63 Dollar pro Barrel. Läutet die Pandemie das Ende des Erdölzeitalters ein?


RZECZPOSPOLITA: Gas und Kohle werden folgen.
Die konservative Tageszeitung sagt gar das Ende des Zeitalters der fossilen Brennstoffe voraus:

„Wie spektakulär ist der Fall des Rohstoffs, für den Kriege und geopolitische Kämpfe geführt wurden. Am Montagabend mussten die Produzenten des schwarzen Goldes zahlen, um Öl aus den USA loszuwerden. Die Mächtigen der Ölländer kann vielleicht noch trösten, dass das aus dem Nordseeboden gewonnene Öl nur wenige Prozent verliert. Aber schon am Dienstag hätte im Kreml echte Panik ausbrechen können, weil auch bei den Notierungen des russischen Öls negative Preise aufgetreten sind. Eine Ära ist vorbei. ... Die Minuspreise, die wir im Mai auf dem Ölmarkt sehen, werden bald auch andere fossile Rohstoffe betreffen. In einigen Monaten werden die Gas- und dann die Kohlepreise deutlich fallen.“

FINANCIAL TIMES: Rohstoffriesen müssen auf Alternativen setzen.Die Corona-Krise beschleunigt die massiven Veränderungen, mit denen die Energiewirtschaft konfrontiert ist, analysiert Grossbritanniens wirtschaftsliberle Tageszeitung:

„Der Preisverfall verdeutlicht in vielerlei Hinsicht, welche Entwicklungen der Energiewirtschaft bevorstehen. Die Ölriesen waren wegen ihrer Rolle beim Klimawandel bei Investoren und der Öffentlichkeit bereits in Ungnade gefallen. Die globale Ölnachfrage könnte früher als bisher erwartet ihren Höhepunkt erreichen. Der aktuelle Rückschlag bedeutet, dass betroffene Unternehmen ihre Pläne zur Umstrukturierung beschleunigen müssen. Lange Zeit übliche und begehrte Dividendenzahlungen müssen möglicherweise gekürzt werden. Die Superriesen, darunter BP und ExxonMobil, werden ihre Investitionen in alternative Energieformen steigern müssen.“

Newsweek Romania: Irgendwann geht der Preis wieder hoch.
Der Wirtschaftsberater Andrej Mowtschan hingegen sieht in einem von newsru.com übernommenen Facebook-Post Licht am Ende eines sehr langen Tunnels:

 „Wie geht es weiter? Weiter werden wir warten und leiden. Und wohl die Förderung noch weiter kürzen - nicht mehr im Rahmen des Deals [mit der Opec], sondern weil niemand das Öl kauft. Und dann enden die Quarantänen - und der Bedarf an Öl wächst wieder. … Zunächst frisst er die Vorräte auf (der Preis bleibt gleich), dann wird er durch Angebote flexibler Produzenten (vor allem von Schieferöl) gedeckt; und dann zeigt sich, dass es schwierig und zäh ist, die Ölquellen zu rekonservieren und die Nachfrage ist schon gut gewachsen - dann geht der Preis hoch. ... Und Brent kostet wieder 50 oder mehr Dollar fürs Barrel. Aber das passiert nicht heute und nicht morgen. Der Ölwinter wird lang.“

Quelle: eurotopics Presseschau/bpb/ds/22.04.2020
 
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