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Pandemie: Kommt jetzt ein ständiges Auf und Ab? Drucken E-Mail
Die Regierungen in Europa haben ihre Schutzmaßnahmen gegen die Ausbreitung von Covid-19 mittlerweile alle auf die ein oder andere Art gelockert. Ob und in welchem Ausmaß es deswegen zu einer zweiten Infektionswelle kommt, wird unter Experten noch diskutiert. Kommentatoren vermuten, dass es wieder Einschränkungen geben wird und diskutieren die Konsequenzen.


KRYTYKA POLITYCZNA: Stiller Strategiewechsel.
Das links-orientierte Onlineportal meint, bis zur Zulassung des Impfstoffs bleibe nur das Modell der Herdenimmunität:


„Was die Regierenden als 'kontrollierte Lockerung' der Beschränkungen bezeichnen, ist in Wahrheit ein kontrollierter Übergang zum Modell der Herdenimmunität. Aus offensichtlichen Gründen können die Regierungen dies nicht offen zugeben. Es ist nicht einmal bekannt, ob und wie lange bereits Erkrankte gegen wiederholte Infektionen resistent sind. Es ist daher viel besser, wenn die Regierenden ihr Ziel still verfolgen und einen Nebel der Untertreibung darüber legen - in der Hoffnung, dass der Impfstoff fertig ist, bevor die meisten Menschen infiziert sind.“

Radio Kommersant FM: Einen Corona-Siegestag wird es nicht geben. Russlands liberal-konservatives Onlineportal fürchtet, dass das aktuelle Aufatmen in Russland nur vorübergehend ist:


"Wir werden wohl bis zum Erhalt eines Impfstoffes ein großes Hin und Her durchmachen. Erneute Krankheitswellen können neue Quarantäneperioden erfordern, selbst wenn sie nicht so lang sein sollten, wie jetzt. Man kann also sein Geschäft nicht einfach nur weiterführen, man muss es neu erfinden. Nicht nur technologisch, sondern auch in grundlegenden Fragen wie Arbeitszeiten und Bürowechsel. … Einen Siegestag über das Virus wird es nicht geben, keine Umarmungen und kein Schulterklopfen. Es hat einfach nur die Zukunft begonnen, die sich vor unseren Augen in Alltag verwandelt. Und wir müssen uns daran gewöhnen. Aber wir haben schon anderes durchgemacht.“

Yetkin Report: Zweite Welle kann Unternehmen noch härter treffen, meint der türkische Blog:

"Wenn wir die Wirtschaft wirklich schonen wollen, müssen wir die Lockdown-Regeln langsam lockern, kommentiert Wirtschaftsprofessorin Selva Demiralp auf Yetkin Report: „Die wirtschaftlichen Kosten einer zweiten Welle sind ziemlich groß. Da die Infektionszahlen steigen, kehrt das Vertrauen der Konsumenten nicht zur Normalität zurück und die Nachfrage bleibt schwach. Daher bleibt die erwünschte wirtschaftliche Erholung aus, selbst wenn die Geschäfte geöffnet sind. Wir sollten nicht vergessen, dass das Virus noch da ist. Das Risiko einer zweiten Welle wird am deutlichsten minimiert, wenn, bis die Impfung rauskommt, alle vorsichtig sind und den Regeln der sozialen Distanz folgen.“

NEPSZAVA: Massentests sind der Schlüssel. Man sollte sich mit flächendeckenden Tests auf die zweite Welle, aber auch künftige Pandemien vorbereiten, meint der ehemalige Parlamentsabgeordnete der ungarischen Sozialdemokraten (MSZP) Péter Márfai in Ungarns linker Tageszeitung:

„Zur Reaktion auf gefährlichere und tödlichere Pandemien wird die aktuelle Verfahrensordnung ab einem bestimmten Ausmaß nicht mehr geeignet sein. ... Auf die Pandemien der Zukunft müssen wir uns mit mehrfachem Testen der gesamten Bevölkerung vorbereiten. Diese Art von Vorbereitung, nämlich dass man die ganze Bevölkerung erreichen kann, ist einfach eine Frage der Organisation. ... Bei der zweiten Welle geht es um ein Ereignis, das zweifellos eintreten wird: Es ist also nur eine Frage des Einsatzes und des Geldes.“

Quelle: eurotopics Presseschau/bpb/ds/26.05.2020
 
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