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Zahlt sich Dudas Kurzvisite bei Donald Trump aus? Drucken E-Mail
  Am 28. Juni braucht Staatspräsident Andrzej Duda bei der Präsidentschaftswahl 50 Prozent der Stimmen, um für weitere fünf Jahre im Amt zu bleiben. Reicht es nicht, muß er in die Stichwahl – voraussichtlichlich mit Warschaus Bügermeister Rafal Trzaskowski, dem es als neu ernannten Kandidat der Opposition  binnen fünf Wochen gelungen ist, den Stimmenabstand zu Duda auf rund 15 Prozent zu  veringern. Zuvor lag Duda mit fast 40 Prozent Vorsprung vor der schließlich aus dem Wahlkampf ausgestiegenen Oppositionskandidatin Małgorzata Kidawa-Błońska. In der zu erwartenden Stichwahl könnte der liberale Trzaskowski den konservativen PiS-Anhänger Duda mit den Stimmen der Wähler aus den oppositionellen Splitterparteien im Geschichtsbuch abheften.


Kurzfristig aus dem staatlichen PiS-Füllhorn geschüttelte Wohlgaben wie etwa das Feriengeld für Kinder hätten für Duda so wenig verfangen wie die von der PiS-Partei massiv instrumentalitierte Kampagne gegen Trzaskowski

Der überraschende Besuch Dudas in Washington beim größten Dealmaker wo gibt macht insofern Sinn. In den Ohren Dudas verewigt sein dürfte noch Donald Trumps verbale Wortkonstruktion: „great man for Poland, great man for Europe, great man for Nato – really great“. (Juni 2019).

Duda  wies später Vorwürfe ab, Trump habe einzig auf seinen Vorschlag reagiert, US-GIs in einem polnischen „Fort Trump“ einzuquartieren für zwei Milliarden US-Dollar mit allem Drum und Dran.

Auch jetzt dient der Tagestrip Überlegungen, wie Polen Trumps Ärger über Deutschland glätten sein.Doch das ist nur vorgeschoben, Duda braucht den Tag mit Trump für seine Wahlkampfralley in Polonia.

Polonia steht für Diaspora. Weltweit leben zwischen 18 bis 20 Millionen Menschen polnischer Abstammung. Die meisten in den USA (9.7 Mio.), Deutschland (3.1) und Großbritannien (1.0 Mio.). Wahlrecht in Polen haben weltweit 382.000 Menschen, davon 130.000 in Gro0britannien, 61.000 in Deutschland und derzeit 34.000 in den USA.

Bei der Wahl 2015 ist die PiS in Großbritannien und Deutschland nicht gut davongekommen. 39 Prozent der Briefwähler stimmten gegen sie, 25 Prozent entschieden sich für oppostionelle Parteien.

In den USA hingegen räumte die PiS an Zuneigung ab.Wahlanalysen zufolge steht die Mehrzahl dieser Wähler stramm hinter Duda.Dass er sich bei Trump einladen konnte, wird ihm in Polen nicht schaden.

Bei der Stichwahl in Polen können einige hundert Briefwahl-Kreuze den Ausschlag geben.

Quellen: The Warsaw Voice/PAP/PolskieRadio/ds/23.06.2020

 
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