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Polen: Ein Präsident aus dem Nichts? Drucken E-Mail
In Polen findet am Sonntag die ursprünglich am 10. Mai angesetzte Präsidentschaftswahl statt. Galt ein Sieg von Amtsinhaber Andrzej Duda (PiS) damals als ausgemachte Sache, so liegt er nun in Umfragen nur noch bei 40 Prozent, und der erst kurzfristig angetretene liberale Bürgermeister von Warschau, Rafał Trzaskowski, holt auf. Kann es Trzaskowski gar gelingen, die Macht der PiS zu brechen?


Ukrajinska Prawda: In wenigen Wochen zum Hoffnungsträger.
Der erst kurzfristig angetretene Oppositionskandidat hat gute Chancen, urteilt das liberale Onlineportal der Ukraine
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„Trzaskowski konnte nur deswegen für das Präsidentenamt kandidieren, weil die für den 10. Mai angesetzten Wahlen verschoben worden waren. Und er musste von Anfang an mit ungleichen Bedingungen zurechtkommen. Er hatte am wenigsten Zeit für das Sammeln von Unterstützungs-Unterschriften und sein Wahlkampfbudget ist drei mal kleiner als das der Mitbewerber. Trotz dieser Herausforderungen liegt Trzaskowski nun auf dem zweiten Platz. Und das Wichtigste ist: Für den Fall einer Stichwahl, die am 12. Juli stattfinden soll, halten Umfragen auch seinen Sieg über Andrzej Duda für möglich.“

HVG: Neuer Termin, neuer Kandidat: Offenes Rennen.
Der Kampf um die Macht zwischen PiS und Bürgerplattform (PO) geht nun doch in eine weitere, offene Runde, stellt Ungarns linksliberale Wochenzeitung fest:


„Es war wohl kein Zufall, dass die regierende PiS auf einer Wahl im Mai bestanden hat. Sie fürchtete, dass der Vorteil ihres Kandidaten Duda schmelzen wird. ... Genau das ist passiert. ... Dies liegt daran, dass die Mitte-rechts-Opposition, die Bürgerliche Platform (PO), die Chance genutzt hat, ihre Kandidatin [Małgorzata Kidawa-Błońska] auszutauschen. ... Wenn man einen Blick auf die Präferenzen der Wähler wirft, scheint es nicht unvorstellbar, dass Rafał Trzaskowski in einer Stichwahl gewinnen kann. Das bedeutet auch, dass es zu einem erneuten Duell zwischen den zwei rechten Parteien PiS und PO kommt, die seit 2005 von Wahl zu Wahl erbittert und mit wechselndem Erfolg gegeneinander kämpfen.“

wPolityce: Angreifen oder ignorieren. Andrzej Dudas Leute müssen sich nun entscheiden, warnt Polens nationalistisches Onlineportal:

„Entweder greifen sie Trzaskowski gezielt an, oder sie ignorieren den Rivalen. Wenn sie in zu vielen Bereichen herumfuhrwerken, ist das kontraproduktiv und erwecken sie den Eindruck, als zupften sie Trzaskowski hilflos am Hosenbein. Damit könnten sie Trzaskowski letztlich sogar stärken. Diese Angelegenheit sollte gut durchdacht werden. Momentan fließen jeden Tag so viele Botschaften aus dem Regierungslager, dass sie die Gesellschaft, die nur begrenzt aufnahmefähig ist, überfordern. Und entweder heben die Botschaften sich gegenseitig auf oder sie gehen im allgemeinen Lärm unter.“

Quelle: eurotopics Presseschau/bpb/ds/25.06.2020
 
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