Home arrow Panorama arrow Corona: Wie kann Europa die Kontrolle behalten?
Corona: Wie kann Europa die Kontrolle behalten? Drucken E-Mail
Viele europäische Länder suchen derzeit nach der richtigen Strategie, um das Infektionsgeschehen zu kontrollieren, ohne erneut zu drastischen Maßnahmen greifen zu müssen. Nachdem sich die Zahlen vielerorts weitgehend stabilisiert hatten, gibt es inzwischen neue regionale Ausbrüche. Kommentatoren erörtern die Gründe und fragen sich, wie die Staaten mit einer möglichen zweiten Welle umgehen sollten.

POLITYKA: Neue Normalität von längerer Dauer.
Die Pandemie ist weltweit nach wie vor in vollem Gange, schreibt Polens liberales Magazin:

„Das Coronavirus ist praktisch nirgendwo auf der Welt schwächer geworden. Die australische und die südkoreanische Regierung mussten erneut zu lokalen Ausgangssperren zurückkehren. Der Iran und die Philippinen kämpfen momentan mit den höchsten Infektionsraten seit Beginn der Pandemie. Die globale Situation deutet darauf hin, dass neben Masken und Desinfektionsmitteln wahrscheinlich auch die Quarantäne zu unserer 'neuen Normalität' gehört - und das noch viele Jahre lang.“

Der Standard: Ein zweites Mal werden wir nicht überrollt.
Die bisherigen Erfahrungen werden helfen, mit einer neuen Ausbreitung des Virus umzugehen, meint Österreichs linksliberale Tageszeitung:

„Es ist eine Frage, die derzeit alle beschäftigt: Kommt eine zweite Coronavirus-Welle und wenn ja, wann? ... Womöglich ist es aber auch höchste Zeit, sich vom Begriff Welle zu verabschieden. Eine solche überrollt uns, ein Anstieg der Infektionen wie jetzt tut das nicht. Wir sind besser vorbereitet als beim ersten Mal, wissen, welche Hygienemaßnahmen sinnvoll sind, haben aus Fehlern gelernt, der medizinische Betrieb ist besser gewappnet, und uns ist klar, was oberste Priorität hat: die Risikogruppen zu schützen. Immerhin zählt nicht nur, wie viele Erkrankte es gibt, sondern auch, wer sich ansteckt.“

El Periódico de Catalunya: Ausbeutung befördert neue Ausbrüche.
Im katalanischen Segrià sind mehrere Erntehelfer auf Obstplantagen an Covid-19 erkrankt, sodass Teile der Provinz Lleida unter Quarantäne gestellt werden mussten. Spaniens linksliberale Tageszeitung  sieht eine Verbindung zu anderen Covid-Ausbrüchen in Europa:

„Die Ausgangssperre in Lleida hat die soziale Not der Tagelöhner ans Licht gebracht, die schon lange vor dem Coronavirus bestand und von NGOs und Gewerkschaften bereits wiederholt kritisiert wurde. Nun plötzlich kommt den ungesunden Bedingungen, unter den viele Menschen überleben müssen, große Aufmerksamkeit zu, denn sie stehen mit einigen lokalen Wiederausbrüchen des Virus in Verbindung. Nicht nur in Segrià, Aragón und Murcia, sondern auch in anderen europäischen Ländern sind Schlachthöfe, Betriebe der Lebensmittelindustrie oder Plantagen am Wiederaufkeimen der Krankheit beteiligt.“

Aktuality: Lieber wieder abschotten.
Die Slowakei muss aufpassen, dass die zuletzt wieder wachsenden Infektionszahlen im Balkanraum nicht auch zu ihr überschwappen, warnt das liberale Onlineportal:

„Wir haben unsere Möglichkeiten ausgeschöpft, um die erste Welle zu unterdrücken. Wäre eine zweite Welle noch größer, droht der Zusammenbruch unseres Gesundheitssystems. Eine offene Grenze ist nur für etwa zwei bis fünf Prozent der Bevölkerung wichtig. Der Staat muss den Einkommensverlust von Pendlern und Arbeitnehmern im Ausland kompensieren. Er sollte ihnen einen Job in der Slowakei anbieten. Besuchen können uns nur Touristen aus 'gesunden' Ländern. Wenn wir angemessene Maßnahmen gegen den Zustrom der Krankheit aus dem Ausland einführen, wird es in der Slowakei praktisch keine Covid-19-Infektion geben.“

Quelle: eurotopics Presseschau/bpb/ds/07.07.2020
 
< Zurück   Weiter >
(C) 2020 www.polentoday.de
Joomla! is Free Software released under the GNU/GPL License.