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Kaczynski plant verschärftes Gesetz gegen Tierkäfighaltung Drucken E-Mail
  Wenn Polens mächtigster Politiker als Chef der regierenden PiS-Partei nach Hause kommt, begrüßt den 72-Jährigen Fiona. So heißt seine Hauskatze. Kasczinsky gilt Millionen Wählern im Land als Tierfreund, und dieses Image frischt er seit Jahren im Herbst auf. So kündigte er für diesen Herbst an, im Sejm  ein verschärftes Gesetz gegen Tierkäfighaltung  ratifizieren zu lassen und auch die Trainingshaltung von Tieren für Zirkusauftritte  zu verbieten. Die künftige Tierschutzverordnung werde weit über die bestehenden EU-Richtlinien gehen, heißt es in einer Pressemitteilung. Das wird auch höchste Zeit, haftet Polen doch der Ruf an, Geschäfte mit Tieren vor Tierschutz durchgehen zu lassen.

EU-Richtlinien nämlich werden seit Jahren ständig unterlaufen bei gleichzeitiger Alibi-Dokumentation, durch schärfere Kontrollen Tierquäler vor Gericht gebracht zu haben.

2004 wurden 990 Fälle von Tiermißhandlungen vor Gericht behandelt, 2014 waren es  1.501 Fälle, 2015  erhöht auf  1.859 - und 2019 war die 2000er-Marke übertroffen.

Die überwiegende Zahl der Anklagen kam von  Tierschutzverbänden aus Deutschland, Österreich, Holland  und  einigen polnischen Tierschutz-Aktivisten.

Mit zumeist widerechtlichen  Aktionen haben sie die tierquälerischen Zustände per Video und Fotos dokumentiert in Legebatterien für Hühner/Puten/Scheine/Rinder  sowie  in Pelztierfarmen.

Das veröffentlichte Material über die  Zustände der höchst qualvollen Haltung und Tötung der Tiere, hat Polen in Verruf gebracht. Doch indirekt eMittäter in der EU sind deutsche Unternehmen: die Discounter-Ketten als Abnehmer polnischer  Fleisch- und Eier-Produktion und  Modefirmen, die echte Pelze anbieten, seit Pelzfarmen in Deutschland verboten sind.

Die qualvolle Haltung und brutale Tötung der Tiere wird in Polen geschäftlich erledigt.

Kaczynki wird das kaum ändern konnen, zu viele Arbeitsplätze und Export-Einnahmen stehen auf dem Spiel.

Und so wird er wohl auch im Herbst 2011 sein Versprechen für das Tierwohl wiedrholen (müssen).

Die Pelztier-"Ernte" findet  Ende Oktober bis in den Novembar statt. Etwa 4.3 Millionen Tiere werden  dann meist mit  Kafig-verkrüppelten  Pfoten  mit Stromstoß oder Vergasung von ihren  Qualen erlöst.

Quellen: Vier Pfoten/euronews/ds/10.09.2020.
 
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