Home arrow Panorama arrow Polen schickt winterfeste Hauszelte nach Lesbos
Polen schickt winterfeste Hauszelte nach Lesbos Drucken E-Mail
  Es war nur eine Frage der Zeit, wann es zur Katastrophe im Moria-Flüchtlingslager auf der griechichen Insel Lesbos  kommen würde. Ausgestattet mit UNHCR-Zelten und notdürftigster Versorgungsinfrastruktur (Leitungswasser, Elekrizität, Hygiene) war die Lagerfläche auf blanker Erde als Zwischenunterkunft für 2.800 Flüchtlinge ausgelegt: für Menschen in tiefster Not und  rund 4.000 traumatisierte Kinder. Das reiche Europa ist ihr Ziel. Es hat eine negative Geburtenrate und ist langfristig auf Zuwanderung angewiesen. Das Ticket zum Eintritt ist ein genehmigter Asylantrag, doch mit der Abwicklung ist oder gibt sich die griechichiche Bürokratie überfordert.

Sie ist die Außenbarriere der EU und wird für ihren Kontrolldienst und die Flüchtlingslager bezahlt. Es ist müßig, darüber zu spekulieren, ob ein Geschäftsmodell hinter der trägen Bearbeitung steckt, jedenfalls war das Moria-Lager am Brandtag mit rund 13.000 Flüchtlüngen kastastrophal überfüllt.

Auch hier ist es müßig. über gezielte Brandstiftung zu spekulieren in der Absicht, Druck zu machen für eine  beschleunigte Asyl-Abwicklung und/oder zu demonstrieren, was sonst auf Europa zukommen kann.

Die Flüchtlinge wissen, dass das EU-Europa in Immigrationsangelegenheiten seit der Flüchtlingswelle 2015 tief gespalten ist.

Polens PiS-Regierung lehnt den Brüsseler-Verteilungenschlüssel auf die Mitgliedstaaten rigoros ab. Katholisch wie kein anderes die Nächstenliebe predigend, hat Parteichef-Chef Kaczynski die Kirche aus der verzwickten Situation  befreit. Andersgläubige drohen nicht nur die gesellschaftliche Harmonie zu zerstören, auch krabbelnde Krankheitserreger nisten in ihren Kleidern, warnte Kaczynski.

Das abgefacklte Flüchtlingslager auf Lesbos bietet sich an, Polen als Land zu demonstrieren, das von Nächstenliebe nur so  durchseelt ist, und zwar zack.

Seit dem Brand hat die UNHCR bereits ein Gebiet planiert und Zelte und Infrastruktur instaltiert für 2.800 Flüchtlinge. Doch der Winter naht, und Polen hat in einer Blitzaktion die Lieferung von Zelten angekündigt, wie sie die UNCHR nicht hat, fast wie solide Schrebergarten-Häuschen sehen sie aus (Foto).

Boden, Wände und Dach aus PVC-Platten, das Ganze isolierend verkleidet mit widerstandsfägigem Zelttuch – und schnell aufzubauen. 150 Einheiten sind  bereits unterwegs nach Lesbos.

Der deutschen Regierung ist derweil nichts Besseres eingefallen. Tage brauchte Innenminister Seehofer, die Forderung aus Oppossitionskreisen, sofort 5.000 Flüchtlinge mit abgeschlossenem Asylverfahren nach Deutschland einzufliegen, auf 1.533 zu reduzieren; 400 abgeschlossene Asyl-Verfahren mit Familienanhang.

Wie es weitergeht, ist wieder eine Frage der Zeit, aber „wir können nicht alle Flüchtlinge aufnehmen, noch mal wie 2015 geht nicht“, sagte Seehofer- und: „wir müssen die Flüchtlinge auf alle EU-Staaten gerecht verteilen“.

                                       
Wie dranatisch sich die Flüchtlingssituation in der Welt entwickelt hat, dokumentiert die
UNHCR-Statistik

Quellen: polskieradio mit Foto//UNHCR/UNO/ds/17.09.2020
 
< Zurück   Weiter >
(C) 2020 www.polentoday.de
Joomla! is Free Software released under the GNU/GPL License.