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Nawalny zieht es zurück nach Russland Drucken E-Mail
Alexej Nawalny will nach seiner Gesundung offenbar in seine Heimat zurückkehren. Der russische Oppositionelle wird aktuell in der Berliner Universitätsklinik Charité behandelt, nachdem er laut deutscher Regierung Opfer eines Giftgasanschlags geworden war. Bringt sich Nawalny so erneut in Gefahr? Und nimmt er dies womöglich in Kauf, um sein politisches Gewicht zu steigern?

POLITYKA: Angst vor einem Nawalny-Effekt.
Der Kreml wird sich über die Rückkehr des prominenten Dissidenten nicht freuen, glaubt Polityka:

„Nawalny besitzt jetzt den Status eines Überlebenden. Dies wird definitiv seine Legitimität stärken - in den Augen seiner Unterstützer, aber vor allem auch in den Augen der Zögernden und der Skeptiker, die ihn jahrelang als 'Kreml-Projekt' betrachtet haben, weil er nicht radikal genug war und der Kreml ihn nicht effektiv bekämpft hat. Der Kreml befürchtet möglicherweise einen Nawalny-Effekt: die langsame, aber dauerhafte Stärkung der bürgerlichen und demokratischen Mechanismen, nicht nur in den größeren Städten, sondern - noch gefährlicher - auch in den Regionen.“

RIA NOVOSTI: Also kann es kein Nowitschok gewesen sein.
Für das Kreml-nahe Onlineportal sind Nawalnys Pläne der Beweis dafür, dass die These eines Giftanschlags unhaltbar ist:

„Die von den Deutschen erstellte Diagnose würde eine Rückkehr in die Heimat aus Erwägungen der Sicherheit unmöglich machen. Aber die Tatsache, dass der Blogger stur nach Hause will, direkt in den Schlund des Drachen, der ihn angeblich beinahe umgebracht hat, heißt doch, dass es keine Nowitschok-Vergiftung gab. Und dass Nawalny an eine reale Gefährdung seines Lebens durch Russlands Staatsmacht schlichtweg nicht glaubt.“

Jeshednewny Journal: Ab sofort eine internationale Größe.
Nawalny ist kurz davor, die alternative Führungsfigur Russlands zu werden, erklärt Publizist Igor Jakowenko im  oppositionellen  russischen Onlineportal:

„Nach seiner Gesundung hat er die Chance, nicht nur in Russland die Nische des Oppositionellen Nr. 1 zu besetzen, sondern auch für den Westen zu der Person schlechthin zu werden, mit der man in Nord-Eurasien sprechen sollte. Zumal Putin und Lawrow in den USA und Europa ihren Status als zurechnungsfähige Gesprächspartner teilweise bereits verloren haben. Das massiv gewachsene politische Gewicht Nawalnys erhöht aber proportional auch seine Verantwortung. Hoffen wir, dass sich Nawalny dessen bewusst ist.“

Quelle: eurotopics Presseschau/bpb/ds/17.09.2020
 
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