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Moria: Die Krux mit der europäischen Lösung Drucken E-Mail
Nach dem Brand in Moria hat Athen, außer für 400 unbegleitete Minderjährige, nicht um die Überstellung der nun obdachlosen Flüchtlinge in andere EU-Staaten nachgesucht. Stattdessen wurde ein provisorisches Zeltlager errichtet. Deutschland will mehr als 1600 Flüchtlinge aus Griechenland aufnehmen, Frankreich mehrere hundert. Die meisten anderen Länder zeigen sich zurückhaltend. Ist eine europäische Lösung der Krise illusorisch?

TAGES-ANZEIGER: Wer Grundwerte opfern will, soll dazu stehen.Man hätte lang genug Zeit gehabt, zu handeln statt zu reden, ätzt die linksliberale Schweizer Tageszeitung:

 „Der dunkelfarbene Blazer jeder migrationspolitischen Diskussion ist die Phrase von der 'Hilfe vor Ort'. Passt immer, lässt sich mit fast jedem ideologischen Outfit kombinieren, wirkt sportlich-modern und niemals anstössig. ... Wer den Satz gebraucht, signalisiert: Ich bin zwar kein naiver Gutmensch. Aber eben auch kein Unmensch. ... Die Behandlung von Flüchtlingen in Moria und auf anderen griechischen Inseln verstösst gegen die EU-Grundrechtscharta, die Genfer Flüchtlingskonventionen, die Europäische Menschenrechtskonvention, die UN-Kinderrechtskonvention. ... Die Befürworter des willentlich erzeugten Schreckens sind bereit, humanitäre Grundwerte zu opfern und gegen internationales Recht sowie rechtsstaatliche Prinzipien zu verstossen. Sie sollten wenigstens den Mut aufbringen, dazu zu stehen.“

Quelle: eurotopics Presseschau/bpb/ds/21.09.2020
 
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