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Szpilmans Piano in Warschauer Auktionshaus für 285.000 € verkauft Drucken E-Mail

Das Aufeinandertreffen des jüdisch-polnischen Komponisten Władysław Szpilman und dem Nazi-Offizier Wim Hosenfeld  hat in den 1980ern der  jüdisch-polnische Regisseur Roman Polanski in seinem Film  „Der Pianist“ thematisiert und ist dafür mit zwei Oscars ausgezeichnet worden. Hosenfeld hatte Szpilman in versteckter Unterkunft im Warschauer Ghetto Piano spielend entdeckt - ihn aber nicht festnehmen lassen. 1950 starb Hosenfeld  in einem russischen Lager, Szpilmann erlangte Weltruhm und starb  88jährig im Jahr 2000. Seine Söhne haben seinen Nachlaß am 22.September vom Warschauer Auktionshaus Desa Unicom versteigern lassen.


51 Nachlaß-Objekte kamen zum Aufruf, darunter ein Montblanc-Füller für 20.000 Euro und  eine silberne Omega-Taschenuhr für 55.000 Euro, beide Lots 1937 erworben und vom Auktionshaus zwischen 10.000 und 16.000 Euro aufgerufen. Das Piana, ebenfalls 1937 gekauft, wurde für 140.000 bis 260.000 Zloty (33.000/61.000 €) aufgerufen und erzielte ein Gebot von 1.3 Mio. Zloty bzw. 285.000 Euro.

Szpilman schrieb kurz nach dem Weltkrieg seine Geschichte auf, in der auch  Nazi-Offizier Hosenfeld würdigend erwähnt ist. Er sei Musiker und Fan klassicher Musik gewesen, habe ihn zum Spielen aufgefordert, ihn mit Lebenmitteln versorgt und einen Wintermantel gebracht.

Die kleine Buchauflage wurde jedoch vom kommunistschen Polen gestoppt – und erschien mit höherer Auflage im deutschen Ullstein-Verlag unter dem Titel "Das wunderbare Überleben". Als Alibi-Autor wurde zwar ein Österreicher vorgetäuscht, doch auf einer Londoner Literaturkonferenz unter Teilnahme Szpilmans die Fake-Absicht publik gemacht.

Szpilmans Memoiren wuden in 30 Sprachen übersetzt und von Polanski mit Oskar-Auszeichnung verfilmt.

Jahrelang suchte Szpilman nach Hosenfeld, bis er von seinen Tod im russischen  Lager erfuhr.

In der jüdischen Gedenkstätte Jad Waschem für Märtyrer und Helden des Staates Israel ist Hosenfeld auf Wunsch Szpilmans namentlich verewigt.


Quellen: Desa Unicom/porta-polonica/ds/25.09.2020
 
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