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Moria: Die Krux mit der europäischen Lösung Drucken E-Mail
Nach dem Brand in Moria hat Athen bislang, abgesehen von 400 unbegleiteten Minderjährigen, keine Flüchtlinge von der Insel Lesbos geholt. Stattdessen wurde ein provisorisches Zeltlager errichtet. Deutschland will mehr als 1600 Flüchtlinge aus Griechenland aufnehmen, Frankreich mehrere hundert. Kommentatoren anderer Länder reden ihren Regierungen ins Gewissen.

KRYTYKA POLITYCZNA: Polens Chance zur Wiedergutmachung.
Das linksorientierte Onlineportal kommentiert, dass Polen nun alte Versäumnisse wettmachen kann:


„Die Situation der Flüchtlinge könnte anders aussehen, wenn Länder wie Polen, Ungarn und die Tschechische Republik, die keine Flüchtlinge im Rahmen des EU-Verteilungsprogramms aufgenommen haben, ihre Verpflichtungen erfüllt und in den letzten Jahren ihre Solidarität mit den Flüchtlingen gezeigt hätten. Nur 6.000 Menschen sollten nach Polen kommen, entschied die Regierung von Ewa Kopacz. Trotz der Erklärungen ist Polen selbst dieser Verpflichtung in den folgenden Jahren nicht nachgekommen. ... Jetzt hat unser Land die Chance, seine Verpflichtung zu erfüllen, indem es Menschen aus dem verbrannten Lager Moria rettet. Weiterhin schließen sich Länder der Liste derer an, die eine Evakuierung aus Lesbos planen. Aber Polen gehört immer noch nicht dazu.“

DAGENS NYHETER: Schweden argumentiert mit alten Zahlen:
Schwedens rot-grüne Regierung lehnt die Aufnahme minderjähriger Asylbewerber aus Griechenland ab. Die Begründung dafür möchte die linksliberale Tageszeitung  nicht gelten lassen:

„Der [sozialdemokratische] Minister für Justiz und Migration, Morgan Johansson, pflegt mit breiter parlamentarischer Unterstützung zu betonen, dass Schweden bereits mehr unbegleitete minderjährige Flüchtlinge aufgenommen habe als andere Länder und dass daher zunächst andere EU-Mitgliedstaaten mehr tun müssten. Das ist zum Teil richtig. 2015 nahm Schweden etwa ein Drittel der Minderjährigen auf, die in die EU gekommen waren, also rund 34.000 von insgesamt 95.000. Doch das war eine Ausnahmesituation. Im vergangenen Jahr waren es nur noch 890 von 18.000. Wie lange noch kann Schweden seine harte Politik damit rechtfertigen, was vor fünf Jahren passierte?“

Quelle: eurotopics Presseschau/bpb/ds/25.09.2020
 
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