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Trump hat Corona - was wird aus dem Wahlkampf? Drucken E-Mail
Der Gesundheitszustand von Donald Trump, der wegen einer Coronavirus-Infektion im Krankenhaus liegt, hat sich nach Angabe seiner Ärzte verbessert. Der US-Präsident war am Freitag in die Klinik geflogen worden, kurz zuvor hatte er mitgeteilt, dass er und seine Frau positiv getestet worden waren. Trumps Wahlkampfauftritte wurden bis auf Weiteres abgesagt. Das führt zu Spekulationen über den Wahlausgang.

TYGODNIK POWSZECHNY: Präsident braucht das Rampenlicht.
Eine krankheitsbedingte Quarantäne könnte Trump die Wiederwahl kosten, glaubt Polens katholische Wochenzeitung:

„Die Quarantäne könnte für Trump nicht zu einem schlechteren Zeitpunkt kommen. Der um seine Wiederwahl kämpfende Präsident hatte vor, potentiell wahlentscheidende Bundesstaaten wie Pennsylvania, Wisconsin und North Carolina zu besuchen, wo Biden einen Vorsprung von 3-6 Prozentpunkten hat. Besonders wichtig für Trump wären Auftritte in Florida, wo er nur zwei Prozentpunkte hinter Biden liegt.“

BLICK: Albtraum für Biden.
Schlechte Nachrichten sind dies vor allem für Trumps Herausforderer Biden, glaubt wiederum die Schweizer Boulevardzeitung: 

„Im von persönlichen Attacken geprägten US-Wahlkampf muss er sich nun mit Kritik zurückhalten - Häme verbietet sich bei einem kranken alten Mann schliesslich. ... Aktuell lenkt die Neuigkeit auf jeden Fall von allen anderen Skandalen ab. Die unglaubliche Anzahl von mehr als 200.000 Corona-Toten in den USA? Die Tatsache, dass sich die Zahl der Neuinfektionen in den USA seit einem Monat nicht verbessert hat? Dass er [Trump] um die Gefahr von Corona wusste und es bewusst runterspielte? Die irre TV-Debatte am Dienstag? Darüber spricht nun niemand mehr. ... Übersteht Trump die Erkrankung, steht er als starker Überlebender da. Als Kämpfer, der weiss, was das Volk durchmacht.“

TELEGRAM.HR: Verantwortung holt Trump ein.
Obwohl er mit allen Mitteln versucht hat, das Thema im Wahlkampf zu ignorieren, holt Trump sein schlechtes Krisenmanagement nun ein, meint Kroatiens Onlineportal.

„Die Verantwortung von Präsident Trump, der die Gefahr der Krankheit heruntergespielt hat, bis zu dem Tag, an dem sie ihn selbst erwischte, der die Bürger zu unverantwortlichem Benehmen angestiftet hat, darauf bestanden hat, dass die Wirtschaft mitten in der Pandemie wieder angekurbelt wird, der sich während der Debatte am Dienstag über Joe Biden lustig machte, weil er in der Öffentlichkeit eine Maske trug - diese Verantwortung ist etwas, vor dem Trump in jedem Fall fliehen möchte. ... Trump hoffte die ganze Zeit, dass etwas auftauchen würde, was die Aufmerksamkeit auf andere Themen lenken würde.“

SAVON SANOMAT: Skepsis ist angebracht.
Alle Informationen zu Trumps Corona-Infektion müssen kritisch hinterfragt werden, meint Finnlands liberale Tageszeitung:Savon:

„Die jüngsten Ereignisse können unabsehbare Auswirkungen auf die Umfragewerte zur Wahl haben. Trump wird etwas Sympathie bekommen, die andererseits dadurch gemindert wird, dass er selbst eine Mitschuld an der Infektion trägt. Entscheidend ist nun, wie schnell sich der Präsident erholt. Falls Trump nicht ernsthaft erkrankt, sondern nach der Quarantäne wieder bei vollen Kräften ist, kann er sich als Supermann darstellen, an dessen Seite Biden schwach wirkt. In diesem Fall ist es aber möglich, dass Fragen nach dem tatsächlichen Ablauf auftauchen. Man hat sich bei Trump mittlerweile daran gewöhnt, dass allen Verlautbarungen mit gesunder Skepsis zu begegnen ist.“

Quelle: eurotopics Presseschau/bpb/ds/05.10.2020
 
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