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Deutsche Polska Press im Visier von PKN Orlen Drucken E-Mail
Schon lange mißfällt Polens faktischem Staatschef Jaroslaw Kaczynski  die Dominanz ausländischer Unternehmen im Land. Er fordert die „Repolnisierung“, die Begrenzung ausländischer Geschäftsanteile auf 30 Prozent. Betroffen von dieser Auflage wären vor allem deutsche Unternehmen in Polen. Doch viele sind finanziell zu mächtig und international zu stark vernetzt. Kaczynskis „Repolnisierung“ zielt deshalb auf die mediale Dominanz deutscher Verlagshäuser, die sich womöglich von ihren polnischen Aktivitäten trennen könnten.

Die deutsch-schweizerische Springer-Ringier-Group etwa gibt mit Fakt, eine Art BILD-Klon, die auflagenstärkste Tageszeitung in Polen heraus, das Internetportal onet.pl und das Wirtschaftsblatt Puls Bisnezu, der Bauer-Verlag beherrscht den polnischen Markt mit Gesellschaftsmagazinen und die Verlagsgruppe Passau dominiert in 20 von 24 Regionen mit ländlichen Tageszeitungen und Nachrichtenblättern.

Die Passauer Verlagsgruppe scheint polnische Kaufabsichten zu wecken: Regionale Publikationen sind keine eindrucksvolle Kassenfüller, die Auflagen sind klein, Druck- und Redaktionskosten lassen wenig Gewinn übrig. Aber sie transportieren Meinungen, thematisieren regionale Angelegenheiten. Ländliche Regionen ticken heimatverbunden, ihre Bewohner sind mehrheitlich konservativ eingestellt – und treue PiS-Wähler.

Damit das so bleibt, hat  sich die PiS-Partei Gerüchten zufolge bei der Passauer Verlagsgruppe ins Gespräch gebracht für eine Übernahme der polnischen  Projekte.

Als Käufer sei  der staatliche Ölkonzern PKN Orlen in die Verhandlungen eingebunden.

Umsatz von PKN Orlen 2019: rund 9 Milliarden Euro.
Umsatz der Verlagsgruppe Passau in Polen 2019: rund 100 Millionen Euro.


Quelle: The Economist/ds/11.11.2020
 
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