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Drei polnische Bischöfe angezeigt: Fälle von Mißbrauch vertuscht. Drucken E-Mail
  Seit 2017 muss jeder in Polen, der "glaubhafte" Informationen über bestimmte Straftaten erhält, "unverzüglich" die Polizei oder die Staatsanwaltschaft informieren.Wer dieser Pflicht nicht nachkommt, dem drohen  bis zu drei Jahre Gefängnis. Fällt der Vorwurf möglicher Vertuschung  indes in den Zeitraum 2006 bis 2012, greift das Gesetz nicht. In dieser Zeit  galt noch das Sakrileg der Kirche, Schändungen oder sexueller Mißbrauch kamen nur außerhalb der Kirchenmauern vor oder, wenn intern vorgekommen, als Akte protokolliert und folgenlos archiviert. Rein zufällig war die Bischofskonferenz dem Gesetzgeber dienlich, Mißbrauchsfällen vor 2006 nicht nachzugehen. Es gab sie vorher nicht, Sakrileg  basta.

Der Krakauer Staatsanwaltschaft fiel es dehalb leicht, den 81-jährigen Kardinal Dzwisz (Foto) von der Anklage zu erlösen, er habe zwar eine Akte über ihm berichtete sexuelle Mißbräuche geführt – aber unter Verschluß gehalten.

Kardinal Dzwisz  war aber womöglich auch der Staatsanwaltwalt eine Nummer zu wichtig. Immerhin war er  Privatsekretär des  Polnischen Papst Johannes Paul II, so etwas segnet ewige  Schuldfreiheit.

Drei andere polnische  Bischöfe blieben indes im Netz der staatlichen Aufarbeitungskommission für sexuellen Kindesmissbrauch hängen: Bischof Roman Pindel vom Bistum Bielsko-Zywiec sowie dessen Vorgänger Tadeusz Rakoczy und dessen Weihbischof Piotr Greger.

Sie hätten ihre  gesetzliche Mitteilungspflicht von Sexualstraftaten missachtet.

Noch stehen Urteilsspruche gegen die Bischöfe aus, doch das hat mit der Flut eingegangener Anklagen zu tun.

Seit November werden angezeigte Mißbrauchsfälle behandelt aus den Bereichen Bildung, Kultur, Freizeit und Sport sowie den Religionsgemeinschaften gemeldet werden. 53 der 190 bislang behandelten Fälle betrafen Geistliche.

Quellen:KNA/AFP/Foto:wikipedia.org/ds/12.03.2021
 
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