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Polen fordert Sanktionen gegen Nord Stream 2 und kauft Öl in Russland Drucken E-Mail
  Polnische Politiker  bezichtigen deutsche Politiker der Heuchelei und  Deutschen fällt kein besseres Wort für ihre nachbarschaftlichen Kollegen ein. Das geht seit Jahren so um Nord Stream 2. Die deutsch-russische Pipeline steht kurz vor der Vollendung, hat fünf westeuropäische Konzerne rund zehn Milliarden Euro gekostet und weitere  fünf Milliarden Euro den russischen Staatskonzern Gazprom. Die Pipeline soll jährlich von Russland direkt nach Deutschland bis zu 55 Milliarden Kubikmeter Erdgas befördern, vorbei an der Ukraine und Polen. Beiden Ländern entgehen damit Transitgebühren in Milliardenhöhe. Deutschland behauptet, die russische Gaslieferung zum Ausgleich für seine Energiewende ohne  Atomstrom zu brauchen. Kanzlerin Merkel betont mäanderhaft, Nord Stream 2 ( Kürzel: NS2) sei ein rein wirtschaftliches Projekt, da halte sie sich raus. Doch dann schob Polen einen dritten Akteur ins Rennen. US-Präsident Donald Trump trat plötzlich als NS2-Gegner aus dem Nebel auf und drohte Sanktionen an beim Weiterbau.

NS2 wurde gestoppt und Trump vorgehalten, er wolle nur endlich US-Fracking-Gas loswerden. Die Produktion in den USA ist teurer und zerstört die Umwelt.

Polen sprach sich weiterhin vehement gegen die deutsch-russische NS2 aus. Sie mache Europa von russischer Gaslieferung abhängig. Und damit blieben die Vorwürfe gegenseitiger Heuchelei diplomatischer Diskurs.

Was in Berlin indes irritiert ist, dass Polen ausnahmsweise  mal keine  Berührungsängste mit Russland zeigt.

Polens Staatskonzern Orlen gab gerade bekannt, mit Russlands Staatskonzern Rosneft eine Oel-Lieferung  über 3.6 Millionen Tonnen  abgeschlossen zu haben. Ältere Verträge müßten eingehalten werden.

Gleichzeitig sind bereits  im Gesamtzeitraum  der PiS-Regierung ca. 36 Millionen Tonnen Steinkohle aus Russland importier worden. Und auch die USA zählen zu Russlands größtem Ölabnehmer.

Deutschland schert sich inzwischen nicht mehr um die US-Sanktionen, die NS2-Pipeline wird vollendet, während Polen das Thema am Kochen hält.

Dabei hilft auch deutsche Kritik, doch die kommt aus Reihen der Grünen. Schließlich  läßt auch die NS2 die Natur nicht unbeschadet.

Quellen: NS2/Orlen/Sieci/ds/17.03.2021
 
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