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Polsat News: Deutsche Ämter diskriminieren in EU lebende Ausländer Drucken E-Mail
  Die deutsche Presse geht nicht gerade zimperlich um mit Polen. Sie kritisiert den geringen Ausländeranteil in Polen, der knapp ein Prozent der Bevölkerung ausmacht, und rechnet die bis zu zwei Millionen Ukrainer als billlige Arbeitskräfte mit befristetem und wieder erneuertem Visum. Den EU-Verteilungsschlüssel von Flüchtlingen lehnt die PiS-Regierung hingegen  rigoros ab, obwohl die anteilige Quote  an aufzunehmenden Flüchtlingen gerade mal bei nur 12.000 Personen liegt. Deutschland indes hat seit 2015 wenigstens 1.7 Milionen Flüchtlinge aufgenommen.  Sie sind auch  wichtig als strukturelles Potential für den Arbeitsmarkt  nach abgeschlossener Ausbildung oder Umschulung. Doch vielen wird ihr Einleben nicht leichtgemacht, vor allem behördliche Diskriminierung wird beklagt.

Polnische Medien nutzen das Problem als Retourkutsche, wie kürzlich das Online-Magazin des privaten Fernsehsenders Polsat.

Da  wird von einem Phänomen des "strukturellen Rassismus" in deutschen Ämtern gesprochen. So soll die Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege (BAGFW) einen Bericht veröffentlicht haben, in dem über die Diskriminierung von Bürgern anderer EU-Staaten - insbesondere aus Osteuropa - in deutschen Ämtern berichtet  worden sei.

So soll Ausländern aus der EU erschwerter Zugang zu Sozial- und Familienleistungen gewährt werden; sie müßten wesentlich höhere Anforderungen erfüllen als Deutsche.

Weiter sollen dem Bericht zufolge Anträge von  EU-Ausländern abgewiesen  sein, weil sie kein Deutsch sprachen. Laut der Freien Wohlfahrtspfllege haben Ablehnungen in einigen Fällen zu Wohnungsverlust und Obdachlosigkeit geführt.

Auch Probleme für polnische Zuwanderer werden vom Polsat-Sender als schikanöse deutsche Regelung  gewertet und hierfür auf ein Gespräch von Martina Neüff mit der Deutschen Welle aufmerksam gemacht.

Martina Neüff ist die Vorsitzende des Polnischen Sozialrats in Berlin, und von ihr stammt der Vorwurf des „strukturellen Rassismus“ als deutsches Phänomen.

Als Beispiel erwähnt sie den Zugang zu Integrations- und Sprachkursen.Der soll laut Neüff für EU-Bürger wie Polen erschwert, für Nicht-EU-Zuwanderer und Flüchtlinge hingegen zukünfti erleichtert werden.

Die geschilderten Fälle von Diskriminierung seien in allen Bundesländern verbreitet, resümiert der TV-Bericht.


Es sind deutsche Fälle, die in Polen undenkbar sind. Es fehlen die Zuwanderer.


Quellen: Deutsche Welle/BAGFW/Polsat/ds/01.04.2021
 
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