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Was bringt Bidens Vorschlag zu Impfstoff-Patenten? Drucken E-Mail
Mit seinem Vorschlag, den Patentschutz für Covid-19-Impfstoffe temporär aufzuheben, hat US-Präsident Biden eine globale Debatte ausgelöst. Kommissionschefin von der Leyen erklärte, die EU sei bereit, den Vorschlag zu diskutieren, betonte aber, dass es zunächst wichtiger sei, Exporte zu erlauben. Wie der Impfstoff am besten gerecht verteilt werden kann, diskutieren auch Europas Kommentatoren.

POLITYKA:Keine andere Lösung in Sicht
.Keine echte Alternative zur Aussetzung des Patentschutzes sieht Polens liberales Magazin:

„Will die Menschheit das Coronavirus wirklich besiegen, muss auch in den Entwicklungsländern intensiv geimpft werden. Ohne irgendeinen Durchbruch wird erstmal gar nichts mehr vorangehen. Und es gibt im Moment keinen anderen Lösungsvorschlag als die Freigabe der Patente für die Impfstoffe.“

DE VOLKSKRANT: Ehrlicher verteilen.Unabhängig vom Patent-Streit braucht es Maßnahmen, die kurzfristig Wirkung zeigen, stellt die niederländische linksliberale Tageszeitung klar:

„Die Patent-Freigabe ist kein Wundermittel, das den akuten Mangel an Impfstoffen in armen Ländern beheben wird. Neue Produktionsstätten in Afrika und Asien aufzubauen, kostet viel Zeit. Kurzfristig müssen Impfstoffe ehrlicher in der Welt verteilt werden. Zunächst müssen die USA ihr Exportverbot von Impfstoffen aufheben, aber auch Europa muss mehr tun als bisher. Nicht nur aus moralischen Gründen: Wenn das Virus in Afrika, Asien und Südamerika weiter wuchern kann, können neue und gefährliche Varianten auch die Volksgesundheit im Westen erreichen und in Gefahr bringen.“

NOVI LIST: Gesellschaftliche Verantwortung zeigen: Nicht nur die üppigen staatlichen Fördergelder sollten die Unternehmen verpflichten, die Forschungsergebnisse in den Dienst der Menschheit zu stellen, fordert Kroatiens liberale Tageszeitug:


„Der Impfstoff sollte öffentliches Gut sein, doch ist vielen Unternehmen der Profit wichtiger als die Gesundheit der Menschen. Die Frage ist, wie sehr man private Unternehmen als 'Besitzer' des Impfstoffes ansehen kann, nachdem ihnen zahlreiche Staaten öffentliche Gelder schenkten, mindestens 8,5 Milliarden US-Dollar für Forschung, Entwicklung und Erprobung des Impfstoffes. Alle Unternehmen sollten einen minimalen Profit annehmen und in der Pandemie ihre so oft hervorgehobene 'gesellschaftliche Verantwortung' zeigen.“

Quelle: eurotopics Presseschau/bpb/ds/11.05.2021
 
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