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Nord Stream 2: Sind die Würfel noch nicht gefallen? Drucken E-Mail
Joe Biden hat entschieden, dass die USA vorerst keine Sanktionen gegen die Betreibergesellschaft von Nord Stream 2 verhängen. Begründet wurde dies mit übergeordneten nationalen Interessen, wie den Beziehungen zu Deutschland. Die umstrittene Pipeline soll ab dem Sommer Gas von Russland nach Deutschland transportieren. Doch Beobachter halten es für möglich, dass nun nochmal Bewegung in die Sache kommt. Polen läuft seit Jahren Sturm gegen das Projekt.

FAZ: Jetzt liegt der Ball bei Berlin.
Bidens Entscheidung könnte den Weg aus einer Sackgasse bereiten, in die sich die deutsche Politik hineinbugsiert hat, hofft die konservative Frankfurter Allgemeine Zeitung:


„Es ist eine Vorleistung, die sich in seinen Ansatz einfügt, das Verhältnis zu den Verbündeten der Vereinigten Staaten wieder ins Lot zu bringen - die braucht er schließlich als Partner in einer Koalition, die sich der Auseinandersetzung mit den autoritären Regimen und insbesondere mit China stellt. Es liegt jetzt also an der Bundesregierung, die jahrelang stur den Interessen der beteiligten Unternehmen gefolgt war und auch deren Argumentation übernommen hatte - vermutlich wider besseres Wissen -, ihren Teil dazu beizutragen, damit ein gesichtswahrender Ausweg gefunden werden kann.“


UKRAJINSKA PRAWDA: Die Uhr tickt. Mit der Inbetriebnahme der Pipeline würde sich für die Ukraine alles verändern, analysiert in Vadym Glamazdin, Ex-Berater des staatlichen Energiekonzerns Naftohas Ukrajiny, im liberalen ukrainischen Onlineportal:

„In dieser neuen Realität ist das Gas teurer als man sich das heute in der Präsidialadministration vorstellen kann. In dieser neuen Realität ist das Fenster offen für eine direkte Invasion [durch Russland], das nicht mehr das Risiko hat, seine Einnahmen durch den Gasverkauf zu verlieren. Russland wird dann viele zusätzliche Trümpfe für sein geopolitisches Spiel in der Hand haben … Gibt es Hoffnung, dass dies vermieden werden kann? Ja. ... Man kann die Situation noch in den Griff bekommen und eine richtige Lösung finden. Aber die Zeit läuft ab, und zwar sehr schnell.“

Quelle: eurotopics Presseschau/bpb/ds/20.05.2021
 
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