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Islands Vier-Tage-Woche: Vorbild für ganz Europa? Drucken E-Mail
Nach vierjährigen Tests führt Island - mit wenigen Ausnahmen - die Vier-Tage-Woche ein. Etwa 86 Prozent der Arbeitnehmenden haben künftig das Recht auf eine Arbeitswoche mit 35 statt bisher 40 Stunden - bei vollem Lohn. Die Tests mit einem Prozent der Angestellten ergaben weniger Burnouts, eine höhere Arbeitszufriedenheit und gleiche oder sogar bessere Leistungen. Das regt die Debatte auch anderswo an.

Krytyka Polityczna. Polens links ausgerichtetes Onlinportal findet die Idee gut:

„Die Forderung der Arbeitszeitbegrenzung ist kein Ausdruck von Faulheit, sondern von Rationalität. Ihre Befürworter wollen nicht einfach weniger arbeiten – sie wollen besser, effizienter und engagierter arbeiten. Die kürzere Arbeitswoche ist keine Ausrede für Faulpelze, sondern der Versuch, unsere berufliche Tätigkeit effizienter zu gestalten.“

Der Standard: Besser die Tagesarbeitszeit verkürzen
Für Österreichs linksliberale Tagszeitung bringt die Vier-Tage-Woche die Interessen von Arbeitnehmern und Arbeitgebern nicht optimal zusammen:

„Kürzere Arbeitszeiten liegen im Trend unserer Zeit und bringen zahlreiche Vorteile mit sich - von höherer Produktivität, mehr Lebensqualität bis hin zum Klimaschutz. … Wie Umfragen zeigen, entspricht eine kürzere Arbeitswoche den Wünschen vieler jüngerer Arbeitnehmer und Frauen, denen die Work-Life-Balance wichtiger ist als mehr Gehalt. Vor allem eine Vier-Tage-Woche, die ein langes Wochenende ermöglicht, ist populär … . Doch Betriebe, die höhere Produktivität als Ziel setzen, sollten eher die Tagesarbeitszeit verkürzen; dann steigen Aufmerksamkeit und Effizienz der Belegschaft.“

Der Nordschleswiger: Von acht bis vier war gestern
In Dänemark forderte die linke Einheitsliste die Regierung auf, das isländische Modell zu prüfen, andere Parteien wollen die Frage lieber den Marktkräften überlassen. Die Grundrichtung ist ohnehin klar, meint die liberale Tageszeitung:

„Beides ist möglich: staatliche Mittel, um Erfahrungen zu sammeln und Projekte wissenschaftlich zu begleiten, und gleichzeitig ein Arbeitsmarkt, in dem sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer über eine Vier-Tage-Woche, flexible Arbeitstage oder Homeoffice einigen. Was sich letzten Endes durchsetzt, wird sich zeigen, denn die Mitarbeiter werden dort arbeiten wollen, wo sie die richtige Balance finden zwischen Einkommen, Arbeitsleben und Freizeit. Arbeitgeber und Arbeitnehmer können sich schon jetzt darauf einstellen, dass in naher Zukunft anders gearbeitet wird, denn acht bis vier, das war gestern.“


Quelle: eurotopics Presseschau/bpb/ds/13.07.2021
 
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