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Polnische Promis entschuldigen sich für ihren Präsidenten Drucken E-Mail

Wieder einmal ist der polnische Präsident Lech Kaczynski auf dem internationalen Parkett in einen Fettnapf getreten. Er fürchtet durch die Übernahme der EU – Grundrechtecharta um die katholische Moral und warnte deshalb in einer TV-Ansprache vor dem, was in der EU-Verfassung steht: Homosexuelle dürfen nicht diskriminiert werden. Einser-Jurist Kaczynski kennt natürlich auch die polnische Verfassung aus den Effeff, in der geschrieben steht: Niemand darf diskriminiert werden. Deshalb, Juristen verstehen das, warnte er nur vor der Homosexualität und ließ exemplarisch ein Beispiel in seiner Ansprache einspielen. Zu sehen waren zwei Männer, die sich als  getrautes Paar via Video im  Internet geoutet haben: der  49-jährige Dokumentarfilmer Brendan Fay und sein Ehepartner, der Kinder-Onkologe Thomas Moulton (Foto).

Fay, ein bekannter Homosexuellen - Aktivist, protestierte sofort formell beim polnischen Generalkonsul in New York und betonte in einem Interview im polnischen Fernsehen sowohl die Entrüstung als auch den katholischen Glauben des Paares. Weder er noch Moulton hätten "jemals ihre Zustimmung" gegeben, dass das Video "für eine homophobe Kampagne" gezeigt werden dürfe, sagte Fay. Die beiden fühlten sich in ihren Persönlichkeitsrechten massiv beeinträchtigt und fordern eine vom  polnischen Fernsehen ausgestrahlte Diskussion mit Lech Kascynski.

Derweil haben sich rund 600  polnische Prominente  in einem veröffentlichtem Schreiben für den TV-Auftritt ihres Präsidenten entschuldigt, darunter die Schriftstellerin Olga Tokarczuk und der Soziologe Ireneusz Krzeminski:

"Als Polens Bürger, die durch die Fernsehansprache des Präsidenten peinlich berührt sind, versichern wir Euch unsere Unterstützung und Solidarität“, heißt es in dem Schreiben.

Polens neuer Regierungschef Donald Tusk zählt allerdings nicht zu den  Protestierenden.
In seiner Regierungserklärung lehnte er Reformen für Schwule und Lesben ab.

Focus/Amerikawoche/Queer/ds/30.03.2008
 
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