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Irena Sendlerowa ist im Alter von 98 Jahren in Warschau gestorben. Die polnische Kandidatin für den Friedensnobelpreis 2007 hatte während der Liquidierung des Warschauer Ghettos 2500 jüdische Kinder gerettet. Ihre Personaldaten hatten, verschlüsselt und in Einmachgläsern versteckt, den Krieg überstanden. Dadurch konnten die geretteten Kinder nach 1945 ihre Identität wiedererlangen. Sendlerowa wurde von der Gestapo gefoltert und zum Tode verurteilt. Sie entkam der Erschießung durch Bestechung eines Wachmannes – und kämpfte dann im Untergrund. Am 3.4.2007 berichteten wir über Irena Sendlerowa:
Schon zweimal wurde die Polin Irena Sendler für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen, diesmal könnte der Vorschlag von Erfolg gekrönt sein. Der US-amerikanische Geschichtslehrer Norman Conrad holte sich für seine Eingabe Unterstützung vom polnischen Präsidenten Lech Kascynski und vom israelischen Ministerpräsidenten Ehud Ohmert, dazu übergab er eine CD mit Zehntausenden Unterschriften amerikanischer Schüler und Schülerinnen.
Der heute 97-Jährigen Polin mit deutschem Nachnahmen verdanken über 2500 jüdische Kinder die Rettung aus dem Warschauer Ghetto. Davon hatte 1999 Geschichtslehrer Conrad erfahren und seine Schüler im Städtchen Uniontown (Kansas) inspiriert, ein Theaterstück über Irena Sendler zu schreiben. Das Stück, in dem die dramatischen Geschehnisse, die sich vor 60 Jahren ereignet haben, rekonstruiert wurden, trug den Namen „Life in a Jar" (Leben im Einmachglas). Inzwischen ist es an amerikanischen Schulen fast so bekannt wie hier zu Lande das Tagebuch der Anne Frank.
Irena Sendler arbeitete vor dem Krieg als Mitarbeiterin der Gemeindefürsorge. Nachdem in Warschau das Ghetto entstanden war, unterbanden die deutschen Besatzer jegliche medizinische Fürsorge - bis erste Fälle von Typhus ausbrachen. Polnisches Sanitätspersonal wurden abkommandiert für nötigste medizinische Hilfe. Als Krankenschwestern verkleidet reihten sich Irena Sendler und engste Vertraute unter das Betreuungspersonal ein und schmuggelten Lebensmittel, Medikamente und Geld in das Ghetto.
1942 trat sie der Geheimorganisation "Żegota" (Rat für die Unterstützung der Juden) bei, wo sie die Kinderabteilung leitete. Nachdem die Entscheidung zur Liquidation des Ghettos bekannt wurde, starteten Sendler und ihre Mithelferinnen eine Aktion, um Kinder aus dem Ghetto herauszuschmuggeln. Sie wurden in Klostern, Waisenheimen und bei Pflegefamilien untergebracht. Man stellte ihnen falsche Dokumente aus und sorgte sich um die finanzielle Unterstützung. Ende 1943 wurde Irena Sendler von der Gestapo verhaftet. Trotz Folter gab sie das Versteck der Listen mit den Namen der aus dem Ghetto geretteten 2500 Kinder nicht preis. Diese Listen, verschlüsselt kodiert, befanden sich in Einmachgläsern im Garten vergraben. Sendler wurde zum Tode verurteilt, aber dank der „ Hilfe“ eines Wachmannes, der sich von der Żegota hatte bestechen lassen, wurde sie nur „auf dem Papier" erschossen. Bis Ende des Krieges kämpfte sie im Untergrund. 1965 wurde Irena Sendler durch die Gedenkstätte Yad Vashem mit dem Titel „Gerechte unter den Völkern" ausgezeichnet. Auf der Grundlage persönlicher Erinnerungen und Aufzeichnungen beschreibt die Journalistin Anna Mieszkowska das Lebenswerk der Irena Sendler in ihrem Buch „Die Mutter der geretteten Holocaust-Kinder- Irena Sendler und die geretteten Kinder aus dem Warschauer Ghetto". Die deutsche Übersetzung stammt von der Verlegerin Urszula Usakowska-Wolff. Polentoday (3.4.2007)/Polskie Radio/ds/12.05.2008
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